Die Touren

Tour 30 BHF Kirn – Wildgrafenweg Hochstetten-Dhaun:

Ich befinde mich im Zentrum einer Lichtexplosion.

Flutendes, flimmerndes, flirrendes Licht.

Kaskaden aus Licht.

Eine Brandung aus Licht.

Ich verharre, ein paar Augenblicke lang.

Sehe zu, wie die Schatten immer weiter zurückge-

drängt werden und zugleich immer neue Licht-

muster entstehen, zerfallen und wieder ent-

stehen.

Über mir ein Himmel von schimmerndem, makellosem

Blau. weiterlesen

 

 

 

Tour 29: Von Homburg nach Lautzkirchen

Manchmal ist es gut, dass man nicht vorher weiß, was

einen erwartet, denn wenn man es wüsste, würden viel-

leicht die Zweifel einsetzen, und Gedanken, schwer wie

Steine, würden im Kopf zu rotieren beginnen, mehr und

immer mehr, und irgendwann hätte man diesen Zweifeln

und diesen Gedanken vielleicht nichts mehr entgegen-

zusetzen und man würde aufgeben, ohne auch nur den

ersten Schritt getan zu haben. weiterlesen

 

 

 

 

Tour 28: Von Niedaltdorf nach Siersbug

Ich wusste, dass es das Ende war. Der Schmerz zerfetzte

meine Lunge, schnürte mir die Luft ab, tötete mich. Mein

Herz zersprang, meine Muskeln lösten sich auf. Ich keuchte,

schnappte nach Luft.

Mein flackernder Blick irrte die Anhöhe hinauf, die mir nun

viel länger und steiler erschien als von ganz unten. Das

einzig Gute war, dass es mich an einer Stelle erwischt

hatte, die mitten im Wald lag.

Mit letzter Kraft bugsierte ich mich mitsamt dem Fahrrad

über den Straßengraben hinüber und ließ mich auf den

weichen Waldboden sinken.

Ich grinste.

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Tour 27: Ottweiler: BHF – Schauinslandweg – BHF

Der Winter.

Der Winter, das ist ein Himmel von fast durchsichtigem

Blau.

Es ist ein unablässiger Sog, der von irgendwo aus der

Stille kommt, mal ganz nah, mal weit entfernt.

Es ist das matte Rauschen des Windes, das Knirschen

von Schnee unter den Stiefelsohlen.

Und es ist eine ständige Veränderung des Lichts.

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Tour 26: Idar-Oberstein: BHF – „Rund um die Kama“ – BHF

Es ist ein Tag, nicht schöner, aber auch nicht schlechter

als irgendein anderer der vielen grauen Spätherbsttage

der letzten Wochen, eher des sofortigen Vergessens als

der Erinnerung wert. Ein Tag, nicht finster genug, um

düstere Metaphern für ihn zu finden, aber es bleibt einem

auch nicht gerade die Luft weg vor Begeisterung. weiterlesen

 

 

 

Tour 25: St. Wendel: BHF- Tiefenbachpfad – BHF

Ich habe in dieser Nacht einen Traum, einen von der

Sorte, die hinterher noch so gegenwärtig sind, dass

sie einem beinahe vorkommen wie eine Erinnerung an

ein reales Erlebnis.

In diesem Traum gehe und gehe und gehe ich, ohne je-

mals an mein Ziel zu kommen, obwohl ich die ganze

Zeit weiß, dass es in der Nähe sein muss. weiterlesen

 

 

 

Tour 24: Von Saarbrücken nach Saargemünd

Es ist ein kalter, windiger, trüber Vormittag, ein Vor-

mittag, an dem man die Inspiration in sich fühlt, eine

Geschichte zu schreiben voller Schemen und Schatten

und dunklen Visionen.

Novemberatmosphäre.

Der Himmel ist irgendwas zwischen eisblumenweiß und

staubgrau. weiterlesen

 

 

Tour 23: Landstuhl: BHF – Burg Nanstein – Heidenfelsen – BHF

Ganz zu Anfang existiert das NICHTS,

Dann aber konzentriert sich Energie in einem winzigen,

unendlich dichten Punkt und beginnt zu expandieren. Ein

ungeheuer heißes Feuer brennt und Materie in kleinsten

Einheiten entsteht.

Das ist er, der Urknall einer Idee zu einer neuen Tour.

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Tour 22: Von Saarburg nach Saarhölzbach

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass ich es mir

leichtmache.

Als wäre es nicht schon genug, dass ich mir eine knapp

20 Kilometer lange Strecke über Stock und Stein aus-

suche, nein, es muss unbedingt auch noch eine sein, bei

der bereits abzusehen ist, dass sie unzulänglich ausge-

schildert ist.

Was ich zur Hand habe, ist lediglich eine uralte Wegbe-

schreibung, bei der ich bereits beim Lesen das Nichts

vor Augen habe, in das sie mich führen wird.weiterlesen

 

 

Tour 21: Kirn: BHF- Kallenfels – Schloss Wartenstein – BHF

Da ist er also, der Herbst. Und zwar nicht nur auf

dem Kalender, sondern jetzt auch unbezweifelbar

in der Realität.

Wind fegt das Laub durch die Straßen. Nebel quillt

aus den Tälern empor. Und man kann sich auch nicht

mehr so richtig einreden, dass es noch warm ist.

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Tour 20: Premiumwege „Beckinger Saarblicke“

Bereits vor dieser Tour ist eine wichtige Entscheidung ge-

fallen: Im April nächsten Jahres werde ich meine Ankündigung

wahrmachen und den 930 Kilometer langen Fränkischen

Marienweg in Angriff nehmen. Mir schwebt vor, das Ganze

in 5 x 5 Etappen hinter mich zu bringen, vielleicht auch in

5 x 6. Ein wenig Flexibilität muss ich mir da gestatten. Für

die erste Sequenz im April habe ich ca. 160 Kilometer vor-

gesehen. Die zweite Sequenz soll dann im Laufe des Mai

oder des Juni folgen. weiterlesen

 

 

 

Tour 19: Hofeld – Schmugglerpfad

Irgendwie ist an diesem Tag von Anfang an etwas durch

und durch falsch.

So falsch, als würde Schnee im Sommer fallen oder als

würde ich erwachen und feststellen, dass ich nur eine fiktive

Figur in einem Roman bin.

Dabei sind eigentlich alle Voraussetzungen für eine wunder-

bare Wandertour gegeben: Die Farbenpracht des Herbstes,

vereint mit der Wärme des Sommers, besser geht es doch

gar nicht. weiterlesen

 

 

Tour 18: Von Konz nach Saarburg

Der Morgen, das ist ein müdes Blinzeln am Rande einer

jenseitigen Dunkelwelt, aus der wie durch einen dünnen,

durchlässigen Schleier Bilder von Träumen in mein noch

nicht ganz waches Bewusstsein treiben.

Es ist ein samtenes Rauschen von Regen, fein und stetig

und dunkel.

Es ist die wispernde Stimme des Spätsommers, der be-

reits die Melancholie eines zu Ende gehenden Jahres er-

ahnen lässt. weiterlesen

 

 

Tour 17Von Veitshöchheim nach Würzburg, Teil 1

Vier Monate sind ins Land gegangen, seitdem ich mit

diesem Wandertagebuch begonnen habe. Vier Monate,

in denen das Wandern bzw. Gehen zu einem bestän-

digen, einem substanziellen Teil meines Lebens ge-

worden ist.

Der Entschluss zum Wandern/Gehen hat sich als Be-

ginn von etwas erwiesen, das ich mittlerweile mit Fug

und Recht als inneren und äußeren Aufbruch bezeich-

nen kann. Ich bin in nahezu keiner Hinsicht mehr an

jenem Punkt, von dem aus ich damals aufgebrochen

bin. weiterlesen

Tour 17: Von Veitshöchheim nach Würzburg, Teil 2

Von der Alten Mainbrücke bis zum Dom bin ich

Teil eines Schwarms, der sich auf der Brücke irgend-

wie zusammengefunden hat und der sich erst nach

und nach auflöst. weiterlesen

 

 

Tour 16: Lebach – Kaltensteinpfad

Ich starte diese Tour unter einem

trüben, diesigen Morgenhimmel, dem

man schon ansieht, dass es nur eine

Frage der Zeit ist, bis er sich mal wieder

so richtig ausregnen kann.

Also ist heute mal wieder Wandern als

Selbstbehauptung angesagt, als Kampf

gegen alle möglichen unbeeinfluss-

baren Widrigkeiten. weiterlesen

 

 

Tour 15: Baumholder/Frauenb. – „Gräfin-Loretta-Weg“

Wir starten diese Tour wohlweislich ziemlich früh

am Morgen.

Am Tag zuvor ist es so heiß gewesen, dass die Luft

über dem Asphalt geflimmert hat wie über dem

Mojave-Highway in den USA, und auch für heute

sind hohe Temperaturen angekündigt. weiterlesen

 

Tour 14: Neustadt/Weinstr.: BHF – Hohfels – Weinbiet

Wieder einmal muss ich kurzfristig meine Pläne

ändern und aus der geplanten Städtetour nach

Karlsruhe wird nach einigem Überlegen und

Verwerfen schließlich eine Wandertour mit Start

am Bahnhof in Neustadt an der Weinstraße.

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Tour 13: Theley – Offizierspfad

Nebel liegt über den Feldern.

Ein dünner, grauer, allmählich emporsteigender Nebel.

Spätsommernebel, fast schon Herbstnebel.

Ein Nebel, wie er in alten Schwarz-Weiß-Filmen mitunter

über einem Moor emporwallt und aus dem dann der er-

stickte Schrei einer Frau dringt.

Es ist früher Morgen.

Ich bin jedoch so wach und fast aufgedreht, als hätte ich

eine magische Formel entdeckt, die bewirkt, dass ich nie

wieder schlafen muss. weiterlesen

 

 

Tour 12: „Saarhölzbachpfad“

Ich träume: Ich stehe am Fuße einer langen, langen,

steilen, steilen Straße. Flirrendes Mittagssonnenlicht

leuchtet jeden Winkel aus. In der Ferne, hoch oben,

aber irgendwie doch auch zum Greifen nah ein Felsen

von urwüchsiger Schönheit.

Ich erwache. weiterlesen

 

 

Tour 11: Marpingen – Biberpfad

Irgendwo, so denke ich im Laufe dieser Tour immer

wieder, irgendwo in den unzugänglichsten Katakomben

der Vorsehung, weit, weit jenseits von allem, was für

den menschlichen Geist begreifbar ist, muss ein geheim-

nisvolles Buch aufbewahrt liegen, verschlossen von 77 Siegeln,

in dem die Windungen des Schicksals eines

jeden Einzelnen bis ins kleinste Detail aufgezeichnet

sind, und in diesem von 77 Siegeln verschlossenen Buch

ist auch die Erklärung für alles zu finden, was mit

Beginn meiner Wanderungen an seltsamen Gedanken-

gängen eingesetzt hat, mit dem vorläufigen Höhe-

punkt, fast 1000 Kilometer durch Franken wandern zu

wollen. weiterlesen

 

 

Tour 10: Kusel: BHF – Burg Lichtenberg –  BHF

Am Morgen, nach einer beinahe schlaflosen Nacht, fühle

ich mich zunächst, als hätte ich seit dem Urknall kein

Auge mehr zugetan. Als Maßeinheit für die Geschwindig-

keit, mit der ich mich bewege, reicht Meter pro Minute

locker aus. Die frische Luft draußen bringt mich jedoch

bald auf Trab. weiterlesen

 

 

Tour 9: Tholey: Abtei – Schaumberger Tafeltour

Ich hasse es, einen Wandertourbericht schon wieder

mit dem Wort eigentlich beginnen zu müssen, Es ist

ein Wort, das sich bei allzu häufigem Gebrauch nach

Versagen anhört, nach dem Verfehlen von Zielen, nach

Scheitern, nach Ausrede. weiterlesen

 

 

Tour 8: Von Kompromissen und Entschlüssen

Diese Wanderung ist ein Kompromiss. Ein Kompromiss

zwischen Unvernunft und Selbsterhaltung. Ich will unbe-

dingt wandern, komme aber nicht umhin, der Tatsache

Rechnung zu tragen, dass ich leicht erkältet bin. Die

Erkältung ist zwar bereits dabei, sich zu verabschieden,

aber ein vereinzeltes Husten zeigt mir, dass sie immer

noch auf ihre Chance lauert. weiterlesen

 

 

Tour 7: Zweibrücken: BHF – Tschifflick -Trompetenhügel

Das wirklich Substanzielle am Wandern, das, was mich

letztendlich dazu bringt, es überhaupt zu tun, ist das

Gehen. Nicht das, was ich sehe, nicht das, was ich erlebe,

nicht die Städte, nicht die Sehenswürdigkeiten, nicht

einmal die Natur. Nein, es ist das Gehen, die Bewegung.

Die anderen Dinge sind auch wichtig, denn sonst könnte

ich ja einfach jeden Tag um den Häuserblock joggen.

Aber weder jedes einzelne davon für sich genommen noch

alle zusammen wären Anreiz genug. weiterlesen

 

 

Tour 6: Die 4 Stadien des Wartens

Es geht in die Westpfalz, nach Bruchmühlbach-Miesau.

Der Ort liegt nur wenige Kilometer oder eine Bahnstation

von Landstuhl entfernt, wo ich vor einigen Wochen

kläglich an meiner aleatorischen Chaosplanung ge-

scheitert bin. weiterlesen

 

 

Tour 5: Idar-Oberstein: BHF – Felsenkirche – „Nahe-Felsen-Weg“ – BHF

Und schon wieder geistern Warnungen vor Gewittern und

vor Starkregen durch die Wettervorhersagen. Die Freundin,

mit der ich die Tour eigentlich unternehmen wollte, sagt

deshalb ab, was ich ihr nicht verdenken kann. Ich selbst

bin allerdings entschlossen, mich nicht vom Wandern

abhalten zu lassen.

 

Zwei Varianten stehen zur Auswahl. Erstens „Rund um

die Kama“, zweitens der „Nahe-Felsen-Weg“. weiterlesen

 

 

Tour 4: Nohfelden BHF – Burg – Bärenpfad -BHF

Der Tag beginnt mit einer Schnittwunde. Beim Packen

des Rucksacks greife ich in eine vergessene Schere und

bezahle für diese Fahrlässigkeit mit einem niederträch-

tigen, übel blutenden Schnitt am rechten Zeigefinger.

Ärgerlicherweise wirft dies – soll man es Malheur oder

Dummheit nennen – meine Zeitplanung über den Haufen und

ich fahre eine Stunde später als vorgesehen los. weiterlesen

 

 

Tour 3: „Ein roter Faden“

Es ist für mich eine Reise in die Vergangenheit, denn

vor vielenvielenvielen Jahren habe ich eine Zeit lang

in Hannover gelebt. Es ist fast schon zu lange her, um

von mir noch als verbürgte Realität meines eigenen Lebens

wahrgenommen zu werden, aber dennoch wird mich bei

vielen Örtlichkeiten ein heller Blitz des Wiedererkennens

durchzucken. weiterlesen

Tour 3: „Ein roter Faden“, Teil 2

Nachdem wir uns auf die vorbestellten ebikes geschwungen

haben, geht es so rasch wie möglich zurück zum

Neuen Rathaus, dem Punkt, an dem wir unsere Tour eine

knappe Stunde zuvor unterbrochen haben.

Im Laufe der nächsten Stunden werde ich eine Über-

raschung erleben: Ich werde das Fahren mit dem ebike

nämlich so sehr zu schätzen lernen, dass ich kaum noch

absteigen will. Ich werde das Gefühl haben, zu einer

nahezu perfekten Mensch-Maschine-Einheit zu mutieren,

die „geheimnisvollen Tore des Unmöglichen aufzubrechen“,

wie Marinetti es vor über einem Jahrhundert in seinem

Futuristischen Manifest formulierte. weiterlesen

 

 

Tour 2: „Irrungen, Wirrungen“

Diese Tour mache ich allein.

Es wird eine Chaostour werden, geprägt von den

Auswirkungen eines unzulänglichen Orientierungssinnes

in Verbindung mit dem verhängnisvollen Entschluss,

mich im Großen und Ganzen auf eben jenen Orientierungs-

sinn zu verlassen. weiterlesen

 

 

Tour 1: „Wandrers Regenlied“

Die Tour beginnt im Regen.

Sie beginnt im Regen und sie endet im Regen und in

dem Zeitraum dazwischen gibt es keine zehn Minuten,

in denen es nicht regnet. Nur die Stärke des Regens

variiert. Die gute Nachricht: Wir sind einigermaßen

vorbereitet, nicht nur, was die Ausrüstung betrifft,

sondern auch mental. Wir haben uns schließlich die

Wettervorhersagen genauestens zu Gemüte geführt.

Außerdem ist Regen doch nichts weiter als Wasser,

als shui, der Ursprung des Lebens, ein Urelement der

Schöpfung. weiterlesen