Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 56 – FULDA/VOM DOM ZUR PROPSTEI JOHANNESBURG

Eine Wanderung vom Lärm der Stadtstraßen in die eigenartige Stille nebliger Felder. Zwischendurch immer wieder Regen, aus Wolken, die aussehen wie in Bewegung geratene Inseln. Ab und zu aber auch helle, fast sogar sonnige Minuten, in denen Vogelgezwitscher zu hören ist, als sei es schon Frühling.
Wir richten uns nicht nach einem bestimmten Wanderweg, sondern laufen einfach los.
Fulda liegt am Rande der Rhön. Die höchste Erhebung der Rhön, die 950 Meter hohe Wasserkuppe, findet sich im Landkreis Fulda. Auf der Wasserkuppe entspringt mit zwei Quellen auch der Fluss Fulda, der später mit der Werra zusammen die Weser bildet. In der Stadt Fulda ist der gleichnamige Fluss noch ein recht schmales Gewässer, hier gibt es auch keine Staustufen, erst im weiteren Verlauf folgen einige Schleusen.
Fulda ist eine Stadt mit noch sehr stark erkennbarem barockem Erbe. Der Dom St. Salvator stammt aus der Barockzeit – also etwa aus der Zeit um 1700 herum -, ebenso die Heilig-Geist-Kirche, die Orangerie und nicht zuletzt die 1734 gegründete Universität.
Unsere Wanderung führt aus der Innenstadt in Richtung des Auweihers, von da zur Propstei Johannesburg und in einem Bogen zurück in die Innenstadt.

Länge der Wanderung: ca. 13 Kilometer

 

Slideshow mit ausgewählten Fotos

 

Das Stadtschloss in Fulda, erbaut zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Johann Dientzenhofer

 

Der knapp über 300 Jahre alte Dom St. Salvator unweit des Stadtschlosses. Der Erbauer Johann Dientzenhofer war im Jahr 1699 nach Rom gereist und brachte von dort die Inspiration des Petersdoms mit, die sich dann auch bei der Planung und Durchführung des Fuldaer Doms niederschlug. Ein Jahr nach seiner Italienreise wurde Dientzenhofer Stiftsbaumeister in Fulda. Vier Jahre darauf begann er mit dem Bau des Doms.

 

Wir überqueren die Fulda in Richtung Auweiher, der allerdings wegen Bauarbeiten für die Landesgartenschau 2023 nicht zugänglich ist.

 

Im Naherholungsgebiet Fulda-Aue

 

Die Wanderung ist nahezu durchgängig handtellerflach. Zu beiden Seiten parzellierte Wiesen und Äcker. Ab und zu kommt die Sonne hervor, aber im Laufe der Zeit wird der Himmel immer dunkler und aus freundlichen Wolkenwattebäuschen werden eher düstere Wolkenbänke.

 

Wir wandern im Grunde ohne konkretes Ziel durch die Gegend. Zum Ausgangspunkt zurückkehren, das ist die einzige Vorgabe. Am Wegrand zeigen sich immer wieder Wegweiser, die zu uns unbekannten Orten führen. Auch der Jakobsweg verläuft hier.

 

Nach ein paar Kilometern scheint es, als würde die Sonne die Oberhand gewinnen, aber das erweist sich recht schnell als trügerisch. Die Orte ringsumher sind ohne Ausnahme noch Stadtteile von Fulda.

 

Blick zurück

 

Vor uns taucht die Propstei Johannesburg auf, ursprünglich mal eine Benediktinerabtei. Wie so viele andere Klöster auch wurde sie im Zuge des sog. Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 aufgelöst. Der Reichsdeputationshauptschluss war eine direkte Konsequenz des Krieges gegen das revolutionäre Frankreich. Infolge des Krieges mussten linksrheinische Gebiete an Frankreich abgetreten werden. Als Ersatz für diese Gebietsverluste wurde den verschiedenen Fürsten des Reiches kirchlicher Grundbesitz zugeteilt, was die Säkularisierung und damit Auflösung vieler Klöster zur Folge hatte. Drei Jahre nach dem Reichsdeputationshauptschluss endete die lange Geschichte des Heiligen Römischen Reiches. Die napoleonischen Kriege begannen, ein neues, von Preußen dominiertes Deutschland entstand.
Heutzutage wird die Propstei als Fortbildungsstätte genutzt.

 

Propstei und Barockgarten

 

Regen setzt ein. Ein dünner, milder Regen, der nach und nach stärker wird. Die Landschaft wirkt dadurch einsam wie eine Insel im Nordmeer. Wir haben die Wege praktisch ganz für uns.

 

In der Nähe des Ortsteils Bronzell überqueren wir wieder die Fulda.
Bronzell ist der südlichste Stadtteil Fuldas. Der Schimmel im Wappen des Ortes geht auf eine im Grunde komplizierte historische Situation zurück, die dazu führte, dass sich im Jahre 1850 auf hessischem Gebiet preußische und bayerisch-österreichische Truppen gegenüberstanden. Die Preußen rückten schließlich ab, ein Krieg wurde vermieden. Es gab lediglich einige Schusswechsel, wobei ein Schuss besagten Schimmel traf, der daraufhin getötet werden musste. „Der Schimmel von Bronzell“ wurde über Jahre hinweg zu einer vielfach genutzten Redewendung und landete so eben auch im Wappen des Ortes Bronzell.

 

Es regnet jetzt ohne Unterbrechung.

 

Von Bronzell aus wenden wir uns wieder nach Norden in Richtung Innenstadt.

 

Matschige Wege, ein Einzelkämpferbaum, aber ein langsam aufhellender Himmel

 

Kurz darauf erreichen wir Fulda-Ost und wandern die letzten zwei, drei Kilometer durch belebte Stadtstraßen zu unserem Ausgangspunkt zurück.

 

Slideshow

 

 

 

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