Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 81 – ZWINGENBERG/BADEN – DURCH DIE WOLFSSCHLUCHT

Eine kurze, aber spektakuläre Wanderung.
Schauplatz ist die Wolfsschlucht bei Zwingenberg (Baden), das im Neckar-Odenwald-Kreis zwischen Eberbach und Mosbach liegt und nicht mit dem Zwingenberg an der hessischen Bergstraße am Fuße des Melibokus verwechselt werden sollte.
Die Wolfsschlucht ist ein Kerbtal, geschaffen vom Unterlauf des Schlossbächleins, das kurz darauf dem Neckar zufließt.
Felsen, steile Böschungen, mitunter ein wildes Durcheinander von Steinen – der Punkt, von dem an das alles durch Sturm und Regenfälle in ein Chaos entwurzelter Baumstämme und abrutschender Hänge übergeht, dürfte recht schnell erreicht sein, und so ist es nicht allzu verwunderlich, dass die Schlucht von Zeit zu Zeit gesperrt werden muss.
Es gibt in Deutschland, wie man sich denken kann, mehr als eine Wolfsschlucht, beispielsweise in der Sächsischen Schweiz oder im Schwarzwald. Die Frage, welche davon die Inspirationsgrundlage für Carl Maria von Webers Wolfsschluchtszene in seiner Oper „Der Freischütz“ gewesen sein könnte, lässt sich nicht eindeutig beantworten, um nicht zu sagen, mehr als ein paar eher schwächliche Indizien gibt es offenbar für keine der in Frage kommenden Schluchten.
Die Wanderung, so kurz sie auch ist, bietet jedoch nicht nur das Wilde, Ungebändigte, sondern mit etlichen Blicken auf den Neckar auch das Ruhige, Beschauliche.

Länge der Wanderung: ca. 4 Kilometer

 

Slideshow mit ausgewählten Fotos

 

Der Beginn – Blick auf den ruhig dahinfließenden Neckar

 

Gasse in Zwingenberg. Im Hintergrund ist bereits das Schloss zu erkennen, in dessen unmittelbarer Nähe die Schlucht beginnt.
Das Schloss steht gut sichtbar 50 Meter oberhalb des Neckars und ist von den Wegen ringsum, gerade auch von der gegenüberliegenden Flussseite aus, ein Blickfang.

 

Noch ein Neckarblick. Blickrichtung ist flussabwärts, also in Richtung Eberbach.

 

Dann auch noch ein Blick flussaufwärts in Richtung Neckargerach.
Das Gebäude mit dem Türmchen im Vordergrund ist das Rathaus von Zwingenberg.
In Neckargerach, um das kurz zu erwähnen, gibt es sozusagen eine Schwesternschlucht der Wolfsschlucht, nämlich die Margarethenschlucht.

 

Keine dunklen Wolkenfelder, kein gespenstisches Nebelgrau – erster Sommertag seit Wochen

 

Das klare Licht eines Sommervormittags

 

Blick zur gegenüberliegenden Neckarseite. Da drüben verläuft ein Asphaltweg, der später in einen Waldpfad mündet. Über Kilometer hinweg kann man auf nahezu tischebenen Wegen nahe am Neckar entlanglaufen. Am Eberbacher Stadtteil Lindach vorüber, durch Eberbach hindurch und auch noch weiter bis Hirschhorn, Neckarsteinach, Neckargemünd und Heidelberg.

 

Die Hinweise auf diesem Warnschild sollten ernst genommen werden.

 

In der Wolfsschlucht. Gleich ist das Licht etwas düsterer, der Pfad, schmal wie ein Rinnsal, führt an monströsen Felsen vorüber.

 

Zu der Zeit, als hier der letzte Wolf des Odenwalds erlegt wurde, nämlich im Jahr 1866, mag es in der Schlucht noch etwas wilder ausgesehen haben, aber eine Ahnung von romantischem Naturerlebnis ist auch heute noch gegeben.

 

Wo ein Kerbtal ist, da ist im Allgemeinen auch Wasser.

 

Eine eigene Mikrowelt, beinahe so etwas wie ein abgeschlossener Raum

 

Hier haben wohl ein paar Reifriesen Mikado gespielt.

 

Einfach wunderbar!

 

Um noch mal auf den „letzten Wolf“ des Odenwalds zurückzukommen – in letzter Zeit gab es offenbar mehrere Sichtungen von Einzelwölfen im Odenwald, so dass die Bezeichnung „letzter Wolf“ wohl bald hinfällig wird.

 

Eine Weile führt der Weg nun über Treppenstufen bergan. Das Sonnenlicht schlägt einzelne Kerben in die Schatten, aber den Erdboden erreicht es meistens nicht.

 

Felsungetüme

 

Unwegsam

 

Schon wieder außerhalb der Schlucht, die insgesamt ohnehin nicht mehr als einen Kilometer lang ist.

 

In der Balance

 

Heller Spätsommerwald

 

Zurück beim Schloss. Hier finden seit 40 Jahren alljährlich Festspiele statt, bei denen nicht selten auch die eingangs erwähnte Oper „Der Freischütz“ eine Rolle spielt.

 

Die Kunst des Innehaltens

 

Und wieder einmal – die Ruhe des Wassers und die Ruhe des Himmels

 

Zurück am Bahnhof

 

Die 215 Meter lange Stahlseilbrücke über den Neckar, für Zwingenberger Verhältnisse nicht viel weniger auffällig als die Golden Gate Bridge für San Francisco. Von der Brücke aus bietet sich ein schöner Blick über den Neckar, mit dem Schloss als eindrucksvollem Sidekick.

 

Slideshow

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert