Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 54 – LEBACH & UMGEBUNG: MORITZWALD & BACH- UND BURRENPFAD

Es ist wieder eine dieser Wanderungen, bei denen ich manches einer spontanen Entscheidung, manches auch einfach der Regie des Zufalls überlasse. Es gibt lediglich einige wenige Fixpunkte, wenn man sie so nennen will, die ich ansteuere, aber auf welchen Wegen dies geschieht, ist zweitrangig. Ich will in Lebach beginnen und am Ende dort auch wieder ankommen, und im Übrigen möchte ich ein paar Kilometer auf dem Bach- und Burrenpfad in der Nähe von Hüttersdorf zurücklegen, viel mehr an Vorgaben gibt es nicht.
Es ist eine Winterwanderung. Am Tag zuvor ist Schnee gefallen, von dem allerdings nicht mehr viel übrig ist. Aber die Pfade, gerade in den Wäldern, sind stellenweise vereist, so dass ich oft auf der Hut sein muss, um nicht zu stürzen. Ab etwa dem Mittag ist der Himmel von einem beinahe durchsichtigen Blau. Es ist kalt, eine windlose Dauerkälte, die ich beim Gehen aber so gut wie gar nicht spüre.
Lebach liegt im Zentrum des Saarlands. Von hier wandere ich in einer Schleife in westlicher bzw. nordwestlicher Richtung nach Primsweiler und Hüttersdorf, die beide zur Lebacher Nachbargemeinde Schmelz gehören, und von da über Körprich und Knorscheid zurück nach Lebach.

Länge der Wanderung: ca. 31 Kilometer

 

Slideshow mit ausgewählten Fotos

 

Ich starte die Wanderung am Lebacher Bahnhof und wandere von da in Richtung Gewerbegebiet. Der Lebacher Premiumweg Kaltensteinpfad verläuft von hier aus gesehen in südwestlicher Richtung, ich marschiere jedoch nach Westen bzw. Nordwesten.

 

Unterhalb des Krankenhauses wandere ich in den Moritzwald hinein. Von einem Moment zum anderen habe ich die Schwelle zu einer brüchigen Winterstille überschritten. Irgendwo mitten im Wald kommt mir eine einsame Läuferin entgegen, deren im Grunde leichte Schritte sich wie kleine Detonationen anhören. Nebenbei erwähnt ist der Moritzwald durchzogen von Laufstrecken verschiedener Länge.

 

Winterwald

 

Blick auf Primsweiler

 

Ganz allmählich kämpft sich die Sonne hervor. Ich wandere zunächst nicht nach Primsweiler hinein, sondern um den Ort herum. Immer wieder stoße ich dabei auf kleine lokale Rundwanderwege oder auf Nordic-Walking-Strecken.

 

Es herrscht Winterwetter, das schon, aber von wirklich eisigen Temperaturen kann keine Rede sein. Es ist natürlich kein Wetter, um sich in aller Gemütsruhe irgendwo hinzusetzen und reglos hockenzubleiben, aber beim Gehen spüre ich von der Kälte so gut wie gar nichts. Winter wie beispielsweise im Januar und Februar 1929, als minus 20 Grad herrschten und die Saar von einer zehn Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt war, sind schon lange nicht mehr aufgetreten. Zumindest während dieser Wanderung ist es mir nicht unrecht, dass ich nicht durch Regen und Nebel laufen muss, wie es vielfach in den vergangenen Wochen der Fall war.

 

Ich überquere die Theel, einen 25 Kilometer langen Zufluss der Prims.

 

Ich bin zwar schon sechs oder sieben Kilometer unterwegs, befinde mich aber jetzt wieder recht nahe an Lebach. Hier verläuft der Prims-Thee-Erlebnisweg, der von Lebach nach Nalbach führt. Der erste Anlauf der Sonne ist gescheitert, ein trübes, graues Winterlicht beengt die Sicht. Obgleich hier die Dörfer dicht an dicht liegen, begegne ich eine ganze Weile niemandem.

 

Über eine in die Jahre gekommene Brücke marschiere ich auf Primsweiler zu.

 

Die Sonne gewinnt allmählich die Oberhand, das Trübe, Graue verschwindet.

 

Alte Eisenbahnbrücke der für den Personenverkehr schon lange nicht mehr genutzten Primstalbahn, die seinerzeit von Nonnweiler über Wadern und Schmelz weiter nach Lebach führte.

 

So lasse ich mir die Winterzeit gefallen.

 

Meine Wanderung führt mich durch ein paar Straßen von Primsweiler ins unmittelbar benachbarte Hüttersdorf. Am nordwestlichen Ende des Dorfes beginnt der Bach- und Burrenpfad, auf dem ich sieben oder acht Kilometer zurückzulegen gedenke.

 

Winterstille & Winterlicht

 

Nichts regt sich, nichts ist zu hören, außer von Zeit zu Zeit ein Vogelruf. Der Pfad führt schmal wie ein Rinnsal zwischen den Bäumen hindurch und wechselt immer wieder die Richtung.

 

Für ein paar Atemzüge ist es, als sei der Lauf der Welt angehalten, als gäbe es keine Vergangenheit und keine Zukunft, sondern nur das, was im gegenwärtigen Augenblick geschieht.

 

Von tief verschneiten Wegen kann keine Rede sein, was mir sehr recht ist, denn so komme ich gut voran.

 

Der Anteil schmaler Pfade ist recht hoch. Selten ist der Pfadverlauf dabei so deutlich erkennbar wie hier. Einige Male drifte ich nach rechts oder links ab, weil überall schweres Winterlaub und abgebrochene Äste liegen, so dass von einem Pfad nichts mehr zu sehen ist.

 

Die Sonne sinkt schon Richtung Grashalmhöhe.

 

Der Judenborn, Teil des Westwalls, eine von den Nazis errichtete Verteidigungslinie aus zahllosen Bunkern, Stollen usw. Der Sage nach soll hier ein jüdischer Händler erschlagen worden sein. In Hüttersdorf gab es jahrhundertelang eine jüdische Gemeinde, bezeugt ist eine Synagoge im Jahr 1724 sowie der Neubau einer Synagoge 1855, die allerdings seit langer Zeit nicht mehr existiert.

 

Aufstieg vom Judenborn zum Waldrand

 

Wie vorgesehen bleibe ich für ca. 8 Kilometer auf dem Bach- und Burrenpfad und orientiere mich dann in Richtung Piesbach und Körprich.

 

Die letzten Sonnenstrahlen, ehe der Wald dem Dunkel anheimfällt.

 

Auf dem Weg nach Körprich, das zur Gemeinde Nalbach gehört.

 

An der Prims, einem Nebenfluss der Saar

 

Zwischen Körprich und Knorscheid, das bereits zu Lebach gehört. Die Temperaturen sind merklich gesunken, die Sonne hat sich für heute verabschiedet.

 

Abenddämmerung

 

Ankunft in Lebach

 

Slideshow

 

 

 

 

 

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