Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 48 – VON ASCHAFFENBURG NACH SELIGENSTADT

Eine Wanderung von Bayern nach Hessen, vom Landkreis Aschaffenburg in den Landkreis Offenbach.
Aschaffenburg liegt am westlichen Rande des Spessarts, der hier bei weitem nicht so dünn besiedelt ist wie im nördlichen Teil. Seligenstadt, unser Zielort, gehört im Grunde bereits zum Einzugsgebiet von Frankfurt am Main. Es nennt sich Einhardsstadt, bezugnehmend auf Einhard, einen frühmittelalterlichen Gelehrten und Biografen Karls des Großen. Gar nicht so weit weg von Seligenstadt – nämlich in Michelstadt – gründete Einhard eine Basilika, in welcher die Reliquien zweier christlicher Märtyrer aufbewahrt wurden. Diese gelangten auf Einhards Wunsch später in einen Ort namens Muhlinheim bzw. Ober-Muhlinheim und sorgten schließlich für dessen Namensänderung in Seligenstadt.
Wieder einmal ist es der Main, an dem wir uns orientieren. Aber ebenso sehr wie der Fluss prägt der Herbst diese Tour, denn es ist ein Oktobertag, wie er im Buche steht.

Länge der Wanderung: ca. 19 Kilometer

 

Slideshow mit ausgewählten Fotos

 

Wir starten am Hauptbahnhof Aschaffenburg und laufen hinab zum Mainufer. Dort stoßen wir sogleich auf die ersten Wegweiser.

 

Wir wandern flussabwärts am Popejanum vorüber, dem Nachbau eines römischen Hauses aus der Stadt Pompeji, vom Ufer aus ein Blickfang.

 

Es dauert nur wenige Minuten und schon hat die Wanderung uns in ihren Bann gezogen.

 

Allgegenwärtiger Herbst

 

Auch heute ist es sehr warm, wenn man bedenkt, dass es der vorletzte Tag im Oktober ist. Über dem Fluss liegt ein stetes, gedämpftes Leuchten, die Dörfer am Rand wirken wie die Kulissen eines Gemäldes.

 

Die Stadt lassen wir sehr schnell hinter uns.

 

Die Blätter scheinen drauf und dran, auch den Fluss zu erobern.

 

„Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum …“ (Friedrich Hebbel)

 

Herbst – oder etwa doch Frühling?

 

Blick auf Stockstadt am Main, das unmittelbar an Aschaffenburg angrenzt.

 

Noch mal Stockstadt am Main. Deutlich zu erkennen die Kirche St. Leonhard.

 

Blick im Vorbeigehen auf eine Friedhofskapelle

 

Beinahe wie ein See

 

Herbstlicht plus Flusslandschaft

 

Auch wenn es auf den Fotos nicht ersichtlich ist – die Wege sind sehr stark von Radfahrern frequentiert. Je mehr wir uns Seligenstadt nähern, desto mehr wächst auch die Zahl der Spaziergänger. Meistens läuft das völlig problemlos, nur ein paar wenige Radfahrer brettern ohne Rücksicht auf Verluste über die Piste, allerdings gibt es auch ein paar Fußgänger, die in voller Absicht selbst an den schmalsten Stellen keinen Zentimeter nach links oder rechts ausweichen.

 

Freiheit und Ungebundenheit des Gehens

 

In dem Wäldchen da vorne legen wir auf einer versteckten Bank eine kurze Rast ein. Bis Seligenstadt ist es jetzt nur noch ungefähr anderthalb Stunden Gehzeit. Ein paar Kilometer entfernt von hier steht Schloss Babenhausen, das seine Ursprünge in einer mittelalterlichen Wasserburg hat. In nachnapoleonischer Zeit wurde es zu einer Militärstrafanstalt. Hier saß unter anderem der als Hochverräter verurteilte ehemalige Offizier Friedrich Wilhelm Schulz ein, dem allerdings mit Hilfe seiner Frau Caroline in einer Dezembernacht 1834 eine spektakuläre Flucht aus seinem Kerker gelang. Im Straßburger Exil lernte das Ehepaar den ebenfalls aus Deutschland ins Elsass geflohenen Georg Büchner kennen, Autor von „Lenz“, „Dantons Tod“ usw. Büchner war zu diesem Zeitpunkt nur noch eine kurze Lebensspanne vergönnt. Er starb Anfang 1837 in Zürich an Typhus und wurde in seinen letzten Tagen von Wilhem und Caroline Schulz, die es mittlerweile ebenfalls nach Zürich verschlagen hatte, gepflegt.

 

Kurz vor Dettingen überqueren wir über die Kilianusbrücke den Main.

 

Blick auf Mainflingen, das in Hessen liegt. Wir dagegen befinden uns noch am bayrischen Ufer des Mains. Auch an diesem Ort lassen sich gut die Veränderungen territorialer Grenzen und Zugehörigkeiten über die Jahrhunderte hinweg nachvollziehen. Bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte Mainflingen zum Kurfürstentum Mainz, danach kam es zu Hessen-Darmstadt, das in das neu geschaffene Großherzogtum Hessen überging. Dort wurde Mainflingen erst Offenbach zugeordnet, später dem Regierungsbezirk Darmstadt, schließlich wieder Offenbach. Seit 1977 ist es Teil der damals neu entstandenen Gemeinde Mainhausen.

 

Ein wunderbarer Herbsttag

 

Es ist warm wie im Frühsommer.

 

Genusswandern im Herbst

 

Das Wasserschloss in Klein-Welzheim, einem Stadtteil von Seligenstadt

 

Die Wasserburg liegt etwas abseits des Mainradweges, aber dahin kehren wir jetzt wieder zurück.

 

Blick auf Seligenstadt, das Ziel ist so gut wie erreicht.

 

Der Abschluss – Klostergarten und Basilika Seligenstadt

 

Slideshow

 

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