• TOUR 34 – 3. & 4. Tag: Von Lohr nach Rieneck

    Dritter Tag. Seltsam, vor Beginn dieser Tour hatte ich mir durchaus einige Gedanken darüber gemacht, wie ich mich am Morgen des dritten Tages wohl fühlen und ob mich die lange zweite Etappe vielleicht schon vollkommen zermürben und in meine Einzelteile zerlegen würde. Ich hatte zumindest mit irgendeiner Art von physischer Beeinträchtigung gerechnet, einer winzigen, kaum bemerkbaren Störung. Einem unangenehmen Ziehen in den Oberschenkeln, Schmerzen in den Waden, einer Blase an der Ferse. Aber stattdessen fühle ich mich so frisch und ausgeruht, als sei ich gerade mal über die Straße zum Brötchenholen gegangen. Nicht einen einzigen Augenblick lang schlage ich mich an diesem Morgen mit irgendeiner Art von Zweifeln herum. Ich…

  • Tour 34 – 2. Tag: Von Retzbach nach Lohr am Main

    Es ist immer noch anders. Auch am zweiten Tag. Oder vielmehr gerade am zweiten Tag, denn schließlich ist es das erste Mal überhaupt, dass es einen zweiten Tag gibt. Noch ist der erste Tag sehr präsent, manchmal nur als Aufblitzen eines Bildes oder einer Empfindung, manchmal aber auch als bewusstes, gelenktes Erinnern. Manches ist bereits jetzt dabei, sich zu verflüchtigen, abzusinken in tiefere Schichten des Vergessens, manches läuft nur noch unterschwellig ab, wird verdrängt und überlagert von den Eindrücken des neuen Tages. Meine Sinne und Gedanken sind einerseits auf das Erlebte des vergangenen Tages ausgerichtet, zugleich aber auch auf das unbekannte Neue, das vor mir liegt. Und so oder so…

  • TOUR 34/TAG 1: VON WÜRZBURG NACH RETZBACH

    Es ist anders diesmal. Vom ersten Augenblick an ist es anders. Vor mir liegen vier Tage und insgesamt etwa 120 Kilometer. Das verhält sich zu den Tagestouren, die ich bisher unternommen habe, wie Inhalieren zu Atmen, wie Lodern zu Glimmen. Es ist, als bräche ich in ein unbekanntes Nebelland auf, ohne Karte und ohne Kompass. Allerdings sind auch diese vier Tage lediglich ein Fragment, etwas, das einem größeren Zusammenhang zugeordnet ist. Denn es sind lediglich die ersten vier von 30 oder mehr Etappen, die ersten gut 100 von rund 900 Kilometern des Fränkischen Marienweges, den ich in den kommenden Monaten – vielleicht auch Jahren – nach und nach abwandern will.…

  • TOUR 33: BHF METTLACH – BURG MONTCLAIR – CLOEFPFAD

    Es ist zunächst nicht mehr als ein verlorener, heller, glänzender Punkt irgendwo vor mir. Eine ganze Weile gehe ich darauf zu, ohne ihm wirklich näherzukommen. Es ist kein Gedanke mehr in mir außer diesem: Ich darf nicht stehenbleiben, nicht einen einzigen Atemzug lang. Ich habe das Gefühl, mich in vollkommene Leere hinein- zubewegen. In meinem Kopf formt sich ein Bild: Ich mache einen Schritt zur Seite und stürze ins Nichts.   Einige Stunden zuvor. Unter einem fast perfekt blauen Himmel trabe ich vom Bahn- hof in Mettlach Richtung Saarufer. Der Tag ist ein Realität gewordener Frühlingstraum. Die Wärme und das Licht strömen wie ein intravenös ver- abreichtes Glückselixier durch meine…

  • TOUR 32: METZ & CANAL DE JOUY

    Regen. Ein dünner, kalter, unaufhörlicher, unerbittlicher Regen. Ein Regen, der leicht das dunkle Gefühl hervorbringen könnte, es lauere irgendwo unter diesem trüben, düsteren Himmel, irgendwo in den Straßen und Gassen der Stadt, etwas Unsichtbares, Gefahrvolles, nicht in Worte zu Fassendes. Ich stehe auf dem Place Charles de Gaulle in Metz und bringe die innere Stimme in mir zum Schweigen, die mir einreden will, dass ich mir kaum einen schlechteren Tag für diese Tour hätte aussuchen können. Einmal mehr werde ich heute Regen in verschiedenen Variationen kennenlernen, ich werde stundenlang durch eine graue, unwirkliche Wasserwelt treiben wie eine Schiffsplanke im Ozean, und die ganze Zeit werde ich dieses düstere Gebilde aus…

  • TOUR 31: BHF BEXBACH – BLUMENGARTEN – BRUNNENPFAD

    Es sind jene ganz besonderen Momente beim Gehen. Jene Momente, in denen ich nicht mehr versuche, etwas Bestimmtes zu tun oder zu erreichen, jene Momente, in denen ich eine Geduld in mir spüre, die Zeit allein nicht zu brechen vermag, in denen aus meinem Denken alles Vordergründige und Unwichtige verschwindet und es durchdrungen ist von einer großen Klarheit. Jene Momente, in denen nichts anderes von Bedeutung ist als das Hier und Jetzt. Ich atme gleichsam die Stille ein. Ich inhaliere so etwas wie innere Zufriedenheit oder Glück oder wie immer man es nennen will. Sie gehen natürlich vorüber, jene besonderen Momente. Doch etwas davon bleibt, als Gefühl, als Widerhall. Jetzt.…

  • TOUR 30 – BHF KIRN – WILDGRAFENWEG HOCHSTETTEN-DHAUN

    Vor Beginn dieser Tour hatte ich eigentlich nur einen einzigen Wunsch, nämlich, dass es eine von Anfang bis Ende unkomplizierte Wanderung werden soll. Ohne epische Umwege, ohne wie ein Wasserfall herabstürzende Regengüsse, ohne Windböen, gegen die ich anzukämpfen habe, und wenn es irgendwie geht, auch mit einem Himmel, der nicht die ganze Zeit aussieht wie ein alter Stofffetzen. Die ersten gut fünf Kilometer der Wanderung sind vernachlässigbar. Ich stiefele vom Bahnhof in Kirn aus an der Landstraße entlang nach Hochstetten-Dhaun und dort einige mehr oder weniger steile Straßen hinauf bis zum Start des Wildgrafenweges. Der Wildgrafenweg beginnt als fußbreiter Pfad unterhalb einer Landstraße. Zunächst noch Schatten, dann aber befinde ich…

  • TOUR 29: VON HOMBURG NACH LAUTZKIRCHEN

    Manchmal ist es gut, dass man nicht vorher weiß, was einen erwartet, denn wenn man es wüsste, würden vielleicht die Zweifel einsetzen, und Gedanken, schwer wie Steine, würden im Kopf zu rotieren beginnen, mehr und immer mehr, und irgendwann hätte man diesen Zweifeln und diesen Gedanken vielleicht nichts mehr entgegenzusetzen und man würde aufgeben, ohne auch nur den ersten Schritt getan zu haben. Nicht ausgeschlossen, dass es mir so ergangen wäre, hätte ich das Drehbuch dieser Tour morgens beim Aufstehen schon in allen Einzelheiten gekannt. Ich warte mit der Entscheidung darüber, ob ich die Wanderung unternehme, ohnehin bis zum allerletzten Moment. Über Nacht hat es geschneit, Regen und starke Windböen…

  • TOUR 28 – VON NIEDALTDORF NACH SIERSBURG

    Ich wusste, dass es das Ende war. Der Schmerz zerfetzte meine Lunge, schnürte mir die Luft ab, tötete mich. Mein Herz zersprang, meine Muskeln lösten sich auf. Ich keuchte, schnappte nach Luft. Mein flackernder Blick irrte die Anhöhe hinauf, die mir nun viel länger und steiler erschien als von ganz unten. Das einzig Gute war, dass es mich an einer Stelle erwischt hatte, die mitten im Wald lag. Mit letzter Kraft bugsierte ich mich mitsamt dem Fahrrad über den Straßengraben hinüber und ließ mich auf den weichen Waldboden sinken. Ich grinste. Es war interessant zu sehen, wie körperliche Schwäche im Handumdrehen den Geist zermürbte. Das würde sich aber wieder legen,…

  • TOUR 27: OTTWEILER: BHF – SCHAUINSLANDWEG – BHF

    Der Winter. Der Winter, das ist ein Himmel von fast durchsichtigem Blau. Es ist ein unablässiger Sog, der von irgendwo aus der Stille kommt, mal ganz nah, mal weit entfernt. Es ist das matte Rauschen des Windes, das Knirschen von Schnee unter den Stiefelsohlen. Und es ist eine ständige Veränderung des Lichts. Manchmal ist es ganz fahl, als habe jemand ein Stück Pergamentpapier vor die Sonne geschoben, manchmal eisig und klar wie der Mond über der Antarktis, und oft gibt es an einer Stelle einen schmalen Streifen Helligkeit, während alles andere wie von einem grauen Tuch umhüllt ist. Es ist die erste Wanderung des Jahres. Die Umstände sind widrig. Kälte,…

  • TOUR 26: IDAR-OBERSTEIN: BHF – „RUND UM DIE KAMA“ – BHF

    Es ist ein Tag, nicht schöner, aber auch nicht schlechter als irgendein anderer der vielen grauen Spätherbsttage der letzten Wochen, eher des sofortigen Vergessens als der Erinnerung wert. Ein Tag, nicht finster genug, um düstere Metaphern für ihn zu finden, aber es bleibt einem auch nicht gerade die Luft weg vor Begeisterung. Es wird eine der kürzesten Wanderungen des Jahres werden, nicht mehr als 10 Kilometer, im Grunde nur so etwas wie ein Epilog. Es ist beinahe, als würde ich mir nur ein wenig die Beine vertreten. Es ist zudem vielleicht die letzte Tour im Jahre 2016, aber nach Rückblick ist mir irgendwie ganz und gar nicht zumute. Was unter…

  • TOUR 25 – ST. WENDEL: BHF – TIEFENBACHPFAD – BHF

    Ich habe in dieser Nacht einen Traum, einen von der Sorte, die hinterher noch so gegenwärtig sind, dass sie einem beinahe vorkommen wie eine Erinnerung an ein reales Erlebnis. In diesem Traum gehe und gehe und gehe ich, ohne jemals an mein Ziel zu kommen, obwohl ich die ganze Zeit weiß, dass es nicht weit entfernt sein kann. Und wie durch einen dünnen, durchlässigen Schleier treiben die Bilder jenes Traumes noch eine Weile aus der geheimnisvollen Dunkelwelt, der sie angehören, in mein Bewusstsein, als ich längst schon wach bin. Alles an diesem Tag ist November. Bereits morgens um zehn Uhr ist es so dunkel, als würde jeden Moment die Nacht…

  • TOUR 24 – VON SAARBRÜCKEN NACH SAARGEMÜND

    Es ist ein kalter, windiger, trüber Vormittag, ein Vormittag, an dem man die Inspiration in sich fühlt, eine Geschichte zu schreiben voller Schemen und Schatten und dunklen Visionen. Novemberatmosphäre. Der Himmel ist irgendwas zwischen eisblumenweiß und staubgrau. So wird er allerdings keineswegs für den Rest des Tages aussehen, denn ein Charakteristikum dieser Tour wird das ständig sich verändernde Licht sein. Der Plan für den Tag ist denkbar unkompliziert: Ich will einfach knapp 20 Kilometer am Saarufer entlanggehen, von Saarbrücken nach Saargemünd in Frankreich. Ich werde diesen Plan auch in die Tat umsetzen, von der Kleinigkeit abgesehen, dass ich am Ende nicht nur knapp 20 Kilometer, sondern alles in allem über…

  • TOUR 23 – LANDSTUHL: BHF – BURG NANSTEIN – HEIDENFELSEN – BHF

    Ganz zu Anfang existiert das NICHTS, Dann aber konzentriert sich Energie in einem winzigen, unendlich dichten Punkt und beginnt zu expandieren. Ein ungeheuer heißes Feuer brennt und Materie in kleinsten Einheiten entsteht. Das ist er, der Urknall einer Idee zu einer neuen Tour. Mitunter bleibt es nicht bei einem einzigen Urknall. Ein zweiter folgt, vielleicht auch ein dritter. Dann kann es beim Entscheidungsfindungsprozess kompliziert werden. Es ist, als tauchten inmitten hell leuchtender Materie plötzlich gigantische Felder von kalter, dunkler Materie auf. Und als täten böse schwarze Löcher sich auf und verschlängen ganze Galaxien. Ziemlich genau das widerfährt mir diesmal. Bis eine Stunde vor Abfahrt meines Zuges ist die Tour des…

  • TOUR 22 – VON SAARBURG NACH SAARHÖLZBACH

    Man kann wahrlich nicht behaupten, dass ich es mir leichtmache. Als wäre es nicht schon genug, dass ich mir eine knapp 20 Kilometer lange Strecke über Stock und Stein aussuche, nein, es muss unbedingt auch noch eine sein, bei der bereits abzusehen ist, dass sie unzulänglich ausgeschildert ist. Was ich zur Hand habe, ist lediglich eine uralte Wegbeschreibung, bei der ich bereits beim Lesen das Nichts vor Augen habe, in das sie mich führen wird. Ich beginne Tour 22 dort, wo vor ein paar Wochen Tour 18 endete, in Saarburg. Meine erste Anlaufstation – damals der Abschluss – ist der Wasserfall mitten in der Stadt. Vom Bahnhof aus über die…

  • TOUR 21 – KIRN: BHF – KALLENFELS – SCHLOSS WARTENSTEIN – BHF

    Da ist er also, der Herbst. Und zwar nicht nur auf dem Kalender, sondern jetzt auch unbezweifelbar in der Realität. Wind fegt braunes Laub durch die Straßen. Nebel quillt aus den Tälern empor. Und man kann sich auch nicht mehr so richtig einreden, dass es noch warm ist. Mich stört am Herbst an sich überhaupt nichts – außer der Tatsache, dass es nun nur noch eine ganz kleine Gnadenfrist ist bis zum Winter. Und dem Winter kann ich so gar nichts abgewinnen. Ich treffe gegen Mittag in Kirn ein. Vor mir liegt eine Tour voller Ungewissheiten, was einen ganz einfachen Grund hat. Irgendetwas in mir hat beschlossen, eine Strecke in…

  • TOUR 20 – PREMIUMWEG „BECKINGER SAARBLICKE“

    Bereits vor dieser Tour ist eine wichtige Entscheidung gefallen: Im April nächsten Jahres werde ich meine Ankündigung wahrmachen und den 830, nach anderen Angaben über 900 Kilometer langen Fränkischen Marienweg in Angriff nehmen. Mir schwebt vor, das Ganze in 5 x 5 Etappen hinter mich zu bringen, vielleicht auch in 5 x 6. Ein wenig Flexibilität muss ich mir da gestatten. Für die erste Sequenz im April habe ich ca. 160 Kilometer vorgesehen. Die zweite Sequenz soll dann im Mai oder im Juni folgen. Hätte mir das vor einem Jahr jemand prophezeit, ich hätte ihm empfohlen, seinen Geisteszustand überprüfen zu lassen. Damals hätte ich es für wahrscheinlicher gehalten, mich freiwillig…

  • TOUR 19 – HOFELD: SCHMUGGLERPFAD

    Irgendwie ist an diesem Tag von Anfang an etwas durch und durch falsch. So falsch, als würde Schnee im Sommer fallen oder als würde ich erwachen und feststellen, dass ich nur eine fiktive Figur in einem Roman bin. Dabei sind eigentlich alle Voraussetzungen für eine großartige Wandertour gegeben: Die Farbenpracht des Herbstes in Verbindung mit der Wärme eines immer noch nachwirkenden Sommers, besser geht es doch gar nicht. Aber ich merke sehr rasch, dass ich heute nicht meinen besten Tag habe. Die letzten beiden Nächte habe ich kaum geschlafen und von der Leichtigkeit, mit der ich in den vergangenen Wochen wesentlich längere und schwierigere Strecken bewältigt habe, ist wenig zu…

  • TOUR 18 – VON KONZ NACH SAARBURG

    Der Morgen, das ist ein müdes Blinzeln am Rande einer jenseitigen Dunkelwelt, aus der wie durch einen dünnen, durchlässigen Schleier Bilder von Träumen in mein noch nicht ganz waches Bewusstsein treiben. Es ist ein samtenes Rauschen von Regen, fein und stetig und dunkel. Es ist die wispernde Stimme des Spätsommers, die bereits die Melancholie eines zu Ende gehenden Jahres erahnen lässt. Die Müdigkeit lässt mich an diesem Tag eine ganze Weile nicht los. Sogar auf der Zugfahrt nach Konz lässt sie noch nicht locker. Erst als ich bereits unterwegs bin, verflüchtigt sie sich nach und nach. Es wird eine der längsten Wanderungen bisher werden, alle freiwilligen und unfreiwilligen Umwege eingerechnet…

  • TOUR 17 – VON VEITSHÖCHHEIM NACH WÜRZBURG TEIL 2

    Von der Alten Mainbrücke bis zum Dom bin ich Teil eines Schwarms, der sich auf der Brücke irgend- wie zusammengefunden hat und der sich erst nach und nach auflöst. Vor dem Dom herrscht deutlich weniger Gedränge, aber dafür ist es ein stän- diges Kommen und Gehen. Vor allem aber: Endlich mal Schatten! Den habe ich seit Veitshöchheim nicht mehr ge- habt. Ich atme tief durch.   Mit Carmen zusammen, die bereits auf mich wartet, betrete ich inmitten eines Pulks von Menschen den Dom. Der Pulk entpuppt sich als eine Reisegruppe von Amerikanern. Ein Stadtführer erzählt in fränkisch angehauchtem Englisch irgendwas über die Baugeschichte des Doms.   Lichtumflossenes Halbdunkel   Im…

  • TOUR 17 – VON VEITSHÖCHHEIM NACH WÜRZBURG TEIL 1

    Vier Monate sind ins Land gegangen, seitdem ich mit diesem Wandertagebuch begonnen habe. Vier Monate, in denen das Wandern bzw. Gehen zu einem bestän- digen, einem substanziellen Teil meines Lebens ge- worden ist. Der Entschluss zum Wandern/Gehen hat sich als Be- ginn von etwas erwiesen, das ich mittlerweile mit Fug und Recht als inneren und äußeren Aufbruch bezeich- nen kann. Ich bin in nahezu keiner Hinsicht mehr an jenem Punkt, von dem aus ich damals aufgebrochen bin.   Damals noch undenkbar   Ich bin erstens körperlich wesentlich fitter. Distanzen, die mir damals noch den Garaus gemacht hätten, könnte ich inzwischen fast schon auf einem Bein abhüpfen. Zweitens kreisen meine Gedanken…

  • TOUR 16 – LEBACH: KALTENSTEINPFAD

    Ich starte diese Tour unter einem trüben, diesigen Morgenhimmel, dem man schon ansieht, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er sich mal wieder so richtig ausregnen kann. Also ist heute mal wieder Wandern als Selbstbehauptung angesagt, als Kampf gegen alle möglichen unbeeinflussbaren Widrigkeiten. Andererseits: Die Strecke ist ziemlich kurz, nur knapp 8 Kilometer. Vielleicht werde ich Glück haben und dem Regen entrinnen. Ich marschiere ins Zwielicht des frühmorgendlichen Waldes hinein. Es ist noch nicht mein Morgen. Auf dem ersten Kilometer fühle ich mich schwerfällig wie ein zum Leben erwachter Stein. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass sich mein gewohnter Rhythmus beim Gehen heute nicht einstellen wird –…

  • TOUR 15 – BAUMHOLDER-FRAUENB.: GRÄFIN-LORETTA-WEG

    Wir starten diese Tour wohlweislich ziemlich früh am Morgen. Am Tag zuvor ist es so heiß gewesen, dass die Luft über dem Asphalt flimmerte wie über dem Mojave-Highway in den USA, und auch für heute sind hohe Temperaturen angekündigt.   Als wir kurz vor neun losgehen, ist es jedoch noch über- raschend kühl. Frank, der Freund, mit dem ich diesmal unterwegs bin, hat kurze Hosen und ein T-Shirt an, während ich mit Jeans und Pulli – allerdings mit aufgekrempelten Ärmeln – rumlaufe.   Wir lassen es langsam angehen, trotten gemächlich über einen asphaltierten Weg in den Wald hinein. Ein Holztor markiert den eigentlichen Beginn der Strecke. Im Laufe der nächsten…

  • TOUR 14 – NEUSTADT/WEINSTR.: BHF – HOHFELS – WEINBIET – BHF

    Wieder einmal muss ich kurzfristig meine Pläne ändern und aus der geplanten Städtetour nach Karlsruhe wird nach einigem Überlegen und Verwerfen schließlich eine Wandertour mit Start am Bahnhof in Neustadt an der Weinstraße.   Auf dem ersten Abschnitt der Strecke bis zur Ruine Wolfsburg wird mich ein Freund begleiten. Den Rest der fast 20 Kilometer langen Wanderung, die buchstäblich über Stock und vor allem Stein führt, werde ich dann alleine zurücklegen.   Als ich in Neustadt die Treppe vom Bahnsteig zur Unterführung hinuntersteige, sprintet gleich mal eine Gruppe von Seniorenwanderern an mir vorüber. Ich habe es zunächst nicht ganz so eilig. In aller Ruhe trotte ich vom Bahnhof zur Fußgängerzone,…

  • TOUR 13 – THELEY: OFFIZIERSPFAD

    Nebel liegt über den Feldern. Ein dünner, grauer, allmählich emporsteigender Nebel. Spätsommernebel, fast schon Herbstnebel. Ein Nebel, wie er in alten Schwarz-Weiß-Filmen mitunter über einem Moor emporwallt und aus dem dann der erstickte Schrei einer Frau dringt. Es ist früher Morgen. Ich bin jedoch so wach und fast aufgedreht, als hätte ich eine magische Formel entdeckt, die bewirkt, dass ich nie wieder schlafen muss. Ich fühle mich von Beginn an wohl mit dieser Strecke. Von dem Parkplatz aus, auf dem ich starte, windet sich der Pfad schmal wie ein ausgetrocknetes Rinnsal zwischen hohen Bäumen hindurch, an Farnstauden und niedrigen Büschen vorüber. Es ist fast noch genauso still, als wenn noch…