FOTO-WANDERUNG 179 – VON WORMS NACH ALSHEIM
Eine Wanderung, die ursprünglich als Update-Tour für die ersten beiden Etappen des Rheinterrassenwegs geplant war. Im Grunde ist sie das auch, allerdings weiche ich an einer Stelle für einige Kilometer von der Route des Rheinterrassenwegs ab und schlage einen Bogen über den Abenheimer Skulpturenpfad.
Es ist noch eine Sommerwanderung, aber man spürt und sieht den Herbst sehr deutlich. Es ist warm an diesem Tag, sehr warm sogar, aber die enorme Hitze der vergangenen Monate ist vorüber.
Auf den ersten Etappen des Rheinterrassenweges bekommt man den Rhein nicht zu sehen, die prägenden Elemente der Wanderung bestehen da aus den Weinbergen, aus Fernblicken bis zum Odenwald und ab etwa Bechtheim aus den Hohlwegen.
Länge der Wanderung: ca. 27 Kilometer
Vom Womrser Hauptbahnhof aus führt ein mehrere Kilometer langer Zuweg zum Schlosspark Herrnsheim, wo dann der Startpunkt des Rheinterrassenweges liegt. Ich lasse es langsam angehen. Es ist noch recht früh am Morgen, und ich habe mich noch nicht entschieden, wo ich die Wanderung beenden werde.

Schlosspark Herrnsheim

Sehr schön ist es hier. Wege an Teichen vorüber und über kleine Wege hinweg, einige verwunschene Ecken und natürlich das kleine Schloss. das wie so viele Bauwerke dieser Art einige Vorgängerbauten aufweist.

Am Rande des Parks

Vom Schlosspark aus geht es ins Gelände. Zunächst ist da ein flacher, holpriger Weg, später beginnen die Weinberge. Immerhin ist Rheinhessen ja das größte deutsche Weinbaugebiet.

Die Weinhänge sind hier herum noch ziemlich flach, die Steigungen kaum mehr als kleine Geländebeulen.

Ich trabe gemächlich durch die Weinberge. Anfangs muss ich an Weggabelungen häufig nach rechts oder links abbiegen, so dass ich immer wieder den Wegrand nach dem Wandersymbol des Rheinterrassenwegs abscanne. auch der Lutherweg 1521 führt hier entlang, und von einer kurzen Strecke irgendwo bei Abenheim abgesehen sind die beiden Wanderwege bis Alsheim auch identisch.
An einer Stelle jedoch weist das Rheinterrassen-Symbol nach links, obwohl der Wanderweg eigentlich nach rechts führt. Das hat zur Folge, dass ich rund eine Viertelstunde umherirre, ehe ich schließlich die richtige Route wiederfinde.

Auf meinem Weg durch die Weinberge begleiten mich ständige und laute Knallgeräusche. Sie stammen von Schreckschussapparaten, welche die Vögel von den Beeren fernhalten sollen.

Weinberge, Weinberge, Weinberge

Bei Abenheim verlasse ich den Rheinterrassenweg für kurze Zeit und schlage, dem vorhin erwähnten Lutherweg 1521 folgend, einen Bogen, der mich an einigen Skulpturen vorbeiführt. Dies hier ist eine Skulptur des Künstlers Bruno Feger mit der Bezeichnung „Hagebutten-Tryptichon“.

Einen Kreuzweg hinaufwandernd, gelange ich zur Michaelskapelle.

Blick auf Abenheim, seit 1969 ein Stadtteil von Worms

Die Michaelskapelle oberhalb von Abenheim

Skulptur „Knospend“ von Gerd Helmers

Der Umweg hat sich gelohnt, sowohl wegen der Skulpturen als auch wegen des Blicks über die Weinberge nach Abenheim.

Von Abzweigungen oder Weggabelungen kann nun für eine Weile keine Rede mehr sein. Ich laufe auf einem schnurgeraden Weg zwischen den Weinbergen hindurch. Neben den Knallgeräuschen der Schreckschussapparate ist nun auch das Rattern von Traktoren zu hören. An der Erholsamkeit der Wanderung ändert sich dadurch nichts für mich.

Die Weinberge sind selbstredend eines der bestimmenden Elemente des Rheinterrassenweges, und nicht selten sind sie verknüpft mit einem relativ freien Blickfeld zumindest nach vorne, oft aber auch in die Rheinebene und zum Odenwald.

Ein typischer Fernblick über flache Weinhänge hinweg

Ich erreiche Osthofen und trotte längere Zeit durch den Ort. Es ist ein richtiger Sommertag. Am frühen Nachmittag steigen die Temperaturen auf fast 30 Grad. Kein Wunder also, dass in Osthofen viele Leute auf den Straßen zu sehen sind.
In Osthofen existierte über ein Jahr lang von 1933 bis 1934 ein Konzentrationslager, das Schauplatz des Romans „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers ist.
Früheren Datums und auch mit einer erheblich angenehmeren Historie ausgestattet ist das Rote Häuschen, das ich bei meinem Gang durch den Ort eine Zeit lang im Blick habe. Es handelt sich um ein dreistöckiges Türmchen in den Weinbergen, das Ende des 19. Jahrhunderts unter Verwendung von rotem Backstein errichtet wurde.

Nicht lange und ich bin zurück in den Weinbergen. Ungefähr so ist der Ablauf im Grunde auf dem gesamten Rheinterrassenweg – man trabt über einige Kilometer hinweg durch die Landschaft, gelangt irgendwann in einen Ort, den man durchwandert, und von da begibt man sich zurück ins Gelände.

Blick auf Bechtheim

Und schon habe ich auch Bechtheim hinter mir und kann mir die nächsten Fernblicke gönnen.


Am Wegrand

Um Abenheim herum bin ich recht vielen Leuten begegnet, nun aber werden die Wege leerer und leerer. Ich lasse mich von den Wegen gleichsam mittragen. Ab und zu ein kleiner Anstieg über einen Wiesenpfad, dann aber wieder flache Asphalttrassen. Mettenheim ist nun schon nicht mehr weit.

Jetzt beginnen sie, die Hohlwege. Entstanden sind sie durch das Zusammenwirken verschiedener Gegebenheiten – fortwährende Nutzung durch schwere Fuhrwerke beispielsweise, Viehtrieb, starke Regenfälle. Der Boden senkte sich dadurch im Laufe der Zeit immer weiter ab und das Ergebnis waren irgendwann Hohlwege zwischen mehr oder weniger hohen Böschungen hindurch.

Blick ins Land

Weinberge mit Einzelkämpferbaum

Besonders weit ist der Rhein nicht entfernt, aber in Erscheinung tritt er auf dem Rheinterrassenweg erst irgendwo hinter Oppenheim. Ich denke auch kurz darüber nach, ob ich vielleicht bis Oppenheim wandern sollte, was die Wanderung um rund 15 Kilometer verlängern würde. Ich entscheide mich aber schließlich dafür, es bei Alsheim als Zielort zu belassen.

Hohlweg-Impressionen


Letzte Fernblicke


Auf dem Weg nach Alsheim

„Endspurt“


















