Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 178 – VON MICHELSTADT ZUR MOSSAUER HÖHE UND ZURÜCK

Ende August. Es ist ein heißer Tag, wenn auch weit entfernt von den Wüstentagen im Juni und Juli. Die 30 Grad werden jedoch erreicht, was nichts daran ändert, dass sich fast schon so etwas wie eine frühherbstliche Grundstimmung einstellt. An den Bäumen vielfach bereits verfärbtes Laub und am Wegrand hier und da beinahe novembrig anmutende Laubteppiche, noch sehr dünne und löchrige allerdings.
Die Wanderung ist geprägt von vielen stillen Fernblicken, es gibt jedoch auch jede Menge schattigen Wald.

Länge der Wanderung: ca- 19 Kilometer

 

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Wir beginnen unsere Wanderung in Michelstadt in Hessen. Das Rathaus dort ist ein Blickfang, und ich erinnere mich, dass es auf dem Cover meines Geografiebuchs der 5. Klasse abgebildet war. Heute jedoch schlagen wir nicht die Richtung in die Innenstadt ein, sondern wandern vom Bahnhof aus zum Stadtteil Steinbach.
Den Fluss Mümling überquerend, gelangen wir anschließend rasch an den nördlichen Stadtrand.

 

Um Fernblicke genießen zu können, muss man erst einmal den Hügel hinauf wandern, so natürlich auch heute. Die Bergauf-Höhenmeter der Tour halten sich aber in Grenzen, insgesamt kommen etwa 300 zusammen. Nicht viel bei 19 Kilometern. Oft wandern wir über flache Plateauwege, umgeben von nichts als Luft und der Stille des Odenwalds. Die Wanderung gefällt uns vom ersten Schritt an.

 

Ein Tag mit klarer Sicht

 

Erster richtig freier Blick. Noch viele werden folgen. Eine Wanderung zum Durchatmen.

 

Nördlich der Einhard-Quelle. Einhard, Berater und Biograf Karls des Großen, ließ in der Gegend des heutigen Michelstadt im 9. Jahrhundert eine immer noch existierende Basilika errichten, die Einhardsbasilika.

 

Wieder so ein für diese Wanderung typischer Asphaltweg – schnurgerade und mit viel Landschaft überall.

 

Toller Tunnelweg

 

Immer wieder schweifen unsere Blicke in die uns umgebende Landschaft des hessischen Odenwalds. Und wir haben genug Zeit, häufig auch innezuhalten.
An der Bergstraße westlich von hier wird der hessische Odenwald bis 605 Meter hoch, bei unserer Wanderung heute bleiben wir auf niedrigeren Höhenleveln.

 

Die Gegend wirkt idyllisch-einsam. Hingewürfelt in die Mulden ein paar Dörfer, in welchen jedoch keine Bewegung zu erkennen ist. Wir begegnen aber durchaus Leuten – meistens wohl Dorfbewohner und -bewohnerinnen, die sich zu einem kleinen Spaziergang aufgemacht haben.
Oberhalb des zu Michelstadt gehörenden Dorfes Rehbach sehen wir von weitem die Russeneiche, deren Alter um die 300 Jahre beträgt. Napoleonische Soldaten sollen hier gelagert haben, als sie sich nach dem desaströsen Feldzug Napoleons gegen Russland auf dem Rückweg befanden. In Napoleons Armee waren bei diesem Feldzug nach Schätzungen bis zu 200 000 Soldaten aus deutschen Gebieten dabei. Jedenfalls hat daher diese Eiche wohl ihren Namen.

 

Fernblick aus dem Schatten

 

Und weiter auf ganz flachen Wegen.

 

Allmählich nimmt der Weg nun wieder Kurs auf Michelstadt, wenn auch in vielen Schleifen. Der Wald ist uns sehr willkommen, einerseits als Abwechslung, andererseits ist es mittlerweile so heiß, dass wir auch den Schatten gerne in Anspruch nehmen.

 

Anstiege gibt es auf der zweiten Hälfte des Wanderweges so gut wie gar keine mehr.

 

Wir sind begeistert von dieser Wanderung.

 

Der recht langen Waldpassage folgt nun erneut offene Landschaft. Wieder diese weiten Horizonte, die Wege wie frei schwebend zwischen den Wiesen und Äckern, jede Bewegung irgendwo sticht sofort ins Auge. Auf einer Bank am Wegrand legen wir eine letzte Rast ein, dann nehmen wir die letzten Kilometer zurück nach Michelstadt in Angriff.

 

Am Ende laufen wir noch über einen Wiesenpfad, von dem aus wir Michelstadt bereits im Blick haben. Nicht lange und wir sind zurück in Steinbach und traben von da gemächlich zum Bahnhof.

 

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