Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 176 – HASBERGEN/ERZSTEIG

Eine Wanderung im Osnabrücker Land, das in früheren Zeiten Bergbaugebiet war. Gerade am Hüggel – einem südwestlich von Osnabrück sich erstreckenden Höhenzug und Schauplatz dieser Tour – wurde lange und vermutlich bereits sehr früh nach Erz gegraben, zunächst natürlich noch nicht in industrialisierter Form. Neben Erz wurde auch Kalk abgebaut.
Die Wanderung führt durch einsame Wälder und über stille, von einer grellen Sonne beleuchtete Wege. Man hat den Eindruck, dass der Sommer schon ewig dauert, dabei ist es Ende Juni und er hat gerade erst begonnen.

Länge der Wanderung: ca. 14 Kilometer

 

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Da ich am Bahnhof in Hasbergen starte, habe ich zunächst einen längeren Zuweg von etwa zweieinhalb Kilometern zu bewältigen, ehe ich den Wanderweg in Angriff nehmen kann. Der Zuweg verläuft die ganze Zeit durch die pralle Sonne, so dass mir die Waldschatten sehr gelegen kommen.

 

Die Wanderung bietet jede Menge Wald.

 

Anstieg über einen von Geröll bedeckten Pfad. Von irgendwoher vernehme ich Stimmen, die sich aber bald schon wieder verflüchtigen. Der Anstieg zieht sich länger hin, als ich erwartet habe, denn höher als 225 Meter wird es auf dem Hüggel nicht. Die meisten der zum Hüggel gehörenden Erhebungen sind sogar noch niedriger.

 

Ich folge zunächst einem roten T auf weißem Grund, was mitunter eine gewisse Verwirrung bei mir hervorbringt, da auch andere Wanderwege mit diesem Symbol gekennzeichnet sind. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass der Erzsteig einer von zahlreichen Wanderwegen in dieser Gegend ist, die als Terra.tracks bezeichnet werden. Im weiteren Verlauf der Wanderung sehe ich dann allerdings immer häufiger auch Wegweiser mit der Aufschrift „Erzsteig“, so dass die anfänglichen Irritationen rasch ein Ende haben.

 

Das Osnabrücker Land ist ja eine völlig neue Wandergegend für mich. Aber sowohl für die beiden Etappen auf dem Hünenweg als auch für diese Rundwanderung hat es sich gelohnt, hierherzukommen.

 

Am Wegrand.
Die Terra.tracks sind allesamt neueren Datums, aber dennoch gibt es bereits mehr als 80 davon. Schauplatz ist grundsätzlich das Osnabrücker Land, so dass sich also verschiedene dieser Terratracks gut miteinander verbinden lassen. Für diesmal begnüge ich mich aber damit, einen einzigen Wanderweg zur Gänze abzuwandern.

 

Stille Blicke über die Felder

 

Äußere Ruhe und innere Balance

 

Bei 34 Grad sind Waldschatten natürlich sehr willkommen.

 

Ich befinde mich nun südlich von Hasbergen unweit des Silberbergs, der natürlich auch zum Hüggelgebiet gehört. Hier wurde ab ca. 1722 nach Erz gegraben. Aus der Bergbauzeit finden sich an vielen Stellen noch Pingen und Stollen. Die Pingen in dieser Region sind jedoch eher klein, während es andernorts ja geradezu monströse Pingen gibt, beispielsweise im schwedischen Falun, wo die Pinge Stora Stören mittlerweile fast hundert Meter tief und rund 350 Meter breit ist.
Ein weiterer historischer Bezug am Silberberg lässt sich zur landwirtschaftlichen Nutzung des Südhangs als Weideplatz für Schafe, Ziegen usw. ziehen, der sogenannten Hüte-Beweidung.
Heutzutage findet sich am Silberberg ein gut 40 Hektar großes Naturschutzgebiet.

 

Immer noch einsame, stille Wege. Hier und da Fernblicke über Wiesen und Felder, irgendwo mittendrin mal ein Gehöft wie abgelegt und anschließend in den Katakomben des Vergessens versunken. Alles passt, es ist eine schöne Wanderung.

 

Wie üblich stören mich die Asphaltpassagen überhaupt nicht.

 

Wieder in den Wald hinein

 

Entspannung leicht gemacht

 

Zwar gibt es viele Waldpfade bei diesem Wanderweg, dennoch bietet die Wegführung insgesamt jede Menge Abwechslung.

 

Einen Wiesenpfad hinauf stapfe ich nun in den Ort Hagen am Teutoburger Wald hinein. Laufe dort durch einige Dorfstraßen und schließlich über einen weiteren Wiesenpfad zwischen Weiden hindurch wieder zum Ort hinaus.
Hagen entstand aus dem Zusammenschluss von sechs historischen Bauerschaften. Eine Bauerschaft war ursprünglich vermutlich eine Art Organisationsform aus Nachbarn gleichen Ranges, genauer gesagt aus Bauern bzw. Besitzern kleiner Höfe, die gerade auch in rechtlicher Hinsicht sozusagen eine Gemeinschaft in Eigenregie bildeten. Als Siedlungsform bestanden solche Bauerschaften aus relativ weit voneinander entfernten Höfen. Älteste Belege für Bauerschaften finden sich im 11. bzw. 12. Jahrhundert.

 

Ganz allmählich wandere ich nun wieder auf Hasbergen zu.

 

Wald-Inspiration

 

Gedenkstätte Augustaschacht.
Das Gebäude war 1876 als Pumpenhaus für ein benachbartes Hüttenwerk errichtet worden. Während WK II wurde es dann jedoch zunächst als Kriegsgefangenenlager genutzt, danach dann als Arbeitslager und schließlich übernahm die Gestapo die Leitung des Lagers.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg hat das Gebäude eine Geschichte. Für gut zwei Jahrzehnte wohnten dort deutsche Familien, die im Zuge des Weltkriegs aus ihrer ursprünglichen Heimat fliehen mussten. Ende der sechziger Jahre wurde das Gebäude zugemauert und erst knapp 40 Jahre später, im Jahre 2008, erfolgte die Eröffnung der Gedenkstätte.

 

Vom Augustaschacht trabe ich diesen Weg hinauf und nehme dann die letzten ein, zwei Kilometer des Wanderweges in Angriff.

 

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2 Comments

  • Elke Glatzer

    Ein schöner Landstrich. Meine Großeltern und andere Verwandte wohnten in Bielefeld und Werther, also nicht weit davon. Die Bilder erinnern mich an manche Sommerferien und die Ausflüge, die ich mit ihnen dort machte. Besonders das Bild mit dem Kornfeld spricht mich an. Danke für die schönen Bilder!

    • Torsten Wirschum

      Oh, es freut mich, dass ich da schöne Erinnerungen geweckt habe. Für mich war das eine völlig neue Gegend, die mir sehr gut gefallen hat.:-)

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