Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 174 – VON OSNABRÜCK NACH BRAMSCHE

Eine Wanderung, die in einer mir noch völlig unbekannten Gegend stattfindet, nämlich im Osnabrücker Land. Über rund 33 Kilometer hinweg verläuft die Tour zunächst einige Kilometer durch Osnabrück, danach dann aber durch ganz viel Landschaft und dabei teilweise über menschenleere, sehr einsame Waldwege.
Dann ist da natürlich noch die Hitze! Sie ist nicht so extrem wie andernorts, aber auch bei 34 Grad ist jegliche Schattenpassage willkommen.

Länge der Wanderung: ca. 33 Kilometer

 

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Vom Bahnhof in Osnabrück trotte ich in die Innenstadt zum Rathaus. Es war neben dem Rathaus in Münster der zweite Schauplatz, wo ab dem Jahr 1643 fünf Jahre lang der Westfälische Friede ausgehandelt wurde, der 1648 schließlich den Endpunkt des Dreißigjährigen Krieges bedeutete.

 

Ich wandere durch einige Gassen und gelange dann in diesen engen Gang am Dom St. Petrus.

 

Blick auf die Hase, früher auch mal Haase geschrieben. Der Flussname soll so viel wie „graubraun“ bedeuten und zumindest an dieser Stelle ist diese Bezeichnung nachvollziehbar.

 

Auf dem Hase-Uferweg. Noch ist die ganz große Hitze ein paar Stunden entfernt. Aber neben viel Schatten erwarten mich auf dieser Wanderung meist auch solche flachen Wege, so dass die Hitze mich so gut wie gar nicht beeinträchtigt.

 

Dezente Spiegelwelt

 

Ich entferne mich von der Hase und trabe in Richtung Bürgerpark. Der Hünenweg, an dem ich mich orientiere, ist später – außerhalb der Stadt – gut ausgeschildert. Im Stadtbereich selbst vielleicht auch, allerdings muss ich mich doch von Zeit vergewissern, dass ich noch auf dem richtigen Weg bin. An einzelnen Stellen kommt es vor, und zwar in der Stadt wie auch im weiteren Verlauf der Wanderung, dass ich für ganz kurze Zeit vom Hünenweg abweiche.

 

Auf dem Hasefriedhof im Stadtteil Sonnenhügel. Viele alte Grabstätten, manche trotz der Sommersonne grau und dunkel wirkend, aber weit entfernt von düster.
Die Mutter von Erich Maria Remarque liegt hier begraben. Remarque verwendete diesen Namen allerdings erst ab den Jahren 1921/1922. Sein Geburtsname lautete Erich Paul Remark.

 

So ganz allmählich weicht die urbane Umgebung ländlicher Abgeschiedenheit. Noch aber begegne ich recht vielen Leuten und noch vernehme ich von überall her Verkehrslärm. Das wird sich bald ändern.

 

Wieder an einem Fluss, aber nicht an der Hase, sondern an der Nette, die letztlich in die Hase mündet.

 

Die Nackte Mühle am äußersten Rande Osnabrücks. ursprünglich mal eine Wassermühle, aber da muss man schon in die Zeit des Hochmittelalters zurückgehen. Gegen Ende der frühen Neuzeit, also im ausgehenden 18. Jahrhundert, existierte hier u. a. eine Getreidemühle, später kam noch eine Sägemühle hinzu.
Natürlich ist das alles mittlerweile abgeschlossene Vergangenheit. Heutzutage wird das Gelände für verschiedene Veranstaltungen bzw. Erlebnisangebote genutzt.

 

Es wird nun von Kilometer zu Kilometer einsamer auf den Wegen. Einzelne Gehöfte, irgendwo kleine Häuseransammlungen, ansonsten Felder, Wiesen und Wald. Die Sonne brennt mit südeuropäischer Intensität, aber in den Schatten merke ich davon wenig.
Die Gegend hier heißt zwar Osnabrücker Bergland, aber der höchste Punkt meiner heutigen Wanderung liegt auf 110 Metern Höhe, was schon erahnen lässt, dass ich hier kein wildes Auf und Ab zu befürchten habe.

 

Schattenspiele, Lichtspiele

 

Immer wieder schöne Pfade am Waldrand entlang

 

Ein paar Meter außerhalb des Fotos röhrt ein Traktor und wirbelt Staubfontänen auf, aber trotzdem mache ich hier zwei, drei Minuten Pause. Einerseits um etwas zu trinken, andererseits befinden sich an dieser Stelle – und in unmittelbarer Nähe – die Überreste neusteinzeitlicher Steingräber, die sogenannten Oestringer Steine. Pi mal Daumen dürften sie etwa 5 000 Jahre alt sein.

 

Asphaltabschnitte wie dieser sind selbstredend ebenfalls Bestandteil der Wanderung.

 

In Rulle endet die erste Etappe des Hünenweges, ich jedoch füge gleich noch die zweite hinzu und habe somit erst knapp die Hälfte der Wanderung hinter mir.
Rulle hat nicht ganz 5 000 Einwohner und gehört schon nicht mehr zu Osnabrück, sondern zur Gemeinde Wallenhorst. Ich laufe durch von der Sonne aufgeheizte Straßen, in denen außer dem einen oder anderen Radfahrer niemand zu sehen ist. Ab und zu kann ich von der Straße in ein Schattenwäldchen ausweichen, so dass ich selbst hier nicht die ganze Zeit der Hitze ausgesetzt bin.
Auch bei Rulle gibt es ein neolithisches Großsteingrab, die Helmichsteine.

 

Die Kirche St. Johannes in Rulle

 

Hinter Rulle wird es gleich noch ein paar Grade einsamer. Häufig laufe ich nun auf schnurgeraden Wegen dahin, sei es über Asphalt oder über Waldboden. Solange ich dabei noch freien Blick in die Landschaft habe, ist das alles uneingeschränkt schön, im Wald jedoch gibt es vereinzelte Passagen, bei denen sich die Szenerie eine Viertelstunde und länger so gut wie überhaupt nicht ändert.

 

Wiesenpfade sind als Abwechslung immer willkommen. Der Boden sieht schon recht ausgetrocknet aus, aber im Wald finden sich auch vermatschte Stellen. Kein Wunder, einige Tage zuvor hat es hier heftige Regenfälle gegeben.

 

34 Grad mittlerweile

 

Stiller Blick auf abgemähte Felder

 

Einen Fuß vor den anderen setzen und die Gedanken kommen und gehen lassen

 

Diese Hütte am Wegrand nutze ich für eine kurze Rast. Aus nicht allzu weiter Entfernung vernehme ich das Gebell eines Hundes, und es muss ein großer Hund sein.

 

Kurz darauf folgt einer der ganz wenigen Anstiege, die ich wirklich auch als solche wahrnehme. Schwierig sind sie trotzdem alle nicht. Ich passiere irgendein Haus oder Gehöft oder was auch immer und das bereits vorhin vernommene Hundegebell wird immer lauter. Ich erblicke ein offenes Tor und beschleunige meine Schritte. Das Hundegebell nähert sich, weit entfernt von dem offenen Tor kann die Bestie nicht sein. Ich trabe weiter den Berg hinauf, aber meine Aufmerksamkeit bleibt dabei in erster Linie auf das Gebell errichtet. Es wird nach und nach leiser, zum Glück, und schließlich verstummt es ganz. Von nun an kann ich meine Konzentration wieder auf andere Dinge richten. Der Anstieg ist vorbei und es wird wieder handtellerflach.

 

Immer wieder diese schnurgeraden Wege

 

Eine Brücke überquerend, gelange ich an den Rand einer Landstraße, befinde mich wenig später jedoch schon wieder im Wald.
Ich bin nun bereits auf der Gemarkung von Bramsche, wenngleich noch so einige Kilometer vor mir liegen.
Zu Bramsche gehört die Schleptruper Egge, eine knapp 150 Meter hohe Erhebung, auf der ein Rundfunkturm errichtet wurde. Ebenfalls zu Bramsche gehört die Bauerschaft Kalkriese, auf deren Gebiet im Jahre 9 die Varusschlacht stattgefunden haben soll.

 

Wohltuendes Grün

 

Am Mittellandkanal

 

Die letzten Kilometer

 

Schöner Blick auf die Hase

 

Kurz vor Bramsche und damit fast am Ziel

 

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