Wandertouren

FOTO-WANDERUNG 171 – RUND UM EPPELBORN

Eine ausgedehnte Runde über Pfade, die mir bis auf eine winzige Passage bei Wiesbach allesamt bereits bekannt sind. Ich muss auch nicht ständig etwas Neues entdecken, zumal mitunter auch bereits gut bekannte Wege Überraschungen bereithalten.
Eine grobe Orientierung für die Route bietet mir wieder einmal der Panoramaweg Eppelborn, allerdings füge ich doch eine Umwege hinzu, so dass die Wanderung letztendlich um einiges länger wird als der Panoramaweg.

Länge der Wanderung: ca. 28 Kilometer

 

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Mehr Sonne als gedacht, wenngleich immer mal wieder düstere Wolken-Raumschiffe auftauchen. Ich starte die Tour oberhalb der Kapelle St. Josef in der Nähe des Eppelborner Ortsteils Macherbach. Ich kann gar nicht anders, als dem Himmel immer mal wieder meine Aufmerksamkeit zu schenken. Manchmal wechseln Sonnenbrillenwetter und Kapuzenwetter binnen weniger Minuten. Ich rechne damit, dass sich die Sache schließlich irgendwann bei einer dauerhaft sonnenlosen, halb-düsteren Novemberatmosphäre einpendelt, aber da täusche ich mich gewaltig. Die Sonne verschwindet nicht etwa, sondern sie zeigt sich mit fortschreitender Zeit immer häufiger.

 

Schon gleich zu Beginn muss ich den Panoramaweg Eppelborn verlassen, da der direkte Weg hinab zur St.-Josef-Kapelle wie mittlerweile so gut wie immer gesperrt ist. Ich schlage einen Bogen und gelange dann von der entgegengesetzten Seite zur Kapelle. Es ist die erste von mehreren Kapellen auf dieser Wanderung.

 

Üppiges Grün überall. An den Wegrändern wuchert und blüht es.

 

Und schon wieder verlasse ich den Panoramaweg, diesmal allerdings aus eigenem Antrieb. Der Panoramaweg würde mich längere Zeit durch Macherbach und das unmittelbar angrenzende Bubach-Calmesweiler führen, deshalb biege ich auf diesen schmalen Waldpfad ab und wenig später auf einen etwas versteckten Wiesenpfad, der mich auf eine Verbindungsstraße zwischen dem Lebacher Stadtteil Aschbach und Bubach bringt.

 

Die erwähnte Verbindungsstraße zwischen Aschbach und Bubach

 

Der kleine Park von Schloss Buseck in Bubach-Calmesweiler, auch so eine Stelle, an der ich schon hunderte Male vorübergelaufen bin. Es ist ein eher kleines Schloss, erbaut 1735 von einem Freiherrn, einem Adelstitel, der mit dem eines Barons gleichzusetzen ist und ein durchaus recht verbreiteter Titel des niederen Adels im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation war.
Schloss Buseck ist heute ein einzeln stehendes Gebäude, damals jedoch schloss es sich unmittelbar an ein bereits bestehendes Herrenhaus an. Der Teich in der Nähe des Schlosses wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts angelegt.

 

Hinter Bubach. Zu meiner Überraschung ist es mittlerweile halbwegs sonnig. Der Weg ist jetzt flach wie ein zusammengepresster Pfannkuchen und ich kann den Blick entweder zweihundert Meter vorauseilen lassen oder über Weiden und Wiesen in die Ferne schauen.

 

Mehr als nur ein Hauch von Freiheit

 

Kurz vor Habach, wo der geometrische Mittelpunkt des Saarlands zu finden ist. Der geografische Mittelpunkt dagegen befindet sich ein paar Kilometer entfernt davon im Lebacher Stadtteil Falscheid.

 

Eine kleine Schleife des Panoramaweges lasse ich weg und wandere stattdessen durch ein paar Habacher Straßen. Eine Horde von Radfahrern kommt mir entgegen, ansonsten scheine ich der einzige Mensch weit und breit zu sein.
Nach kurzer Zeit stoße ich schon wieder auf den Panoramaweg und wandere durch regenfeuchtes Gras bergab.

 

Das Habacher Bauernhaus, seit mehr als 30 Jahren als Museum eingerichtet. Das Haus wurde im Jahr 1847 errichtet, später dann noch um einen Pferdestall und eine Schmiede erweitert. Wie bei Bauernhäusern dieser Art üblich befand sich das alles unter einem Dach.

 

Eine Weile finde ich nun menschenleere Wege vor, auf denen ich vor mich hin traben kann, ohne auch nur einen Millimeter rechts oder links abweichen zu müssen. Erneut diese Blicke über Wiesen und Äcker hinweg, die immer wieder von Wald oder zumindest einer Ansammlung von Bäumen unterbrochen werden. Es geschieht nichts Besonderes, aber immer mehr nähere ich mich einer inneren Haltung an, die von einer Art umfassender Geduld geprägt ist. Das ist der Vorteil, wenn man die Wege einer Wanderung so gut kennt – darüber, wie die Wege verlaufen und wohin sie mich bringen, muss ich mir keinerlei Gedanken machen.

 

Wieder einmal vom Panoramaweg Eppelborn abbiegend, schließe ich noch eine kleine Schleife in Richtung des Eppelborner Ortsteils Wiesbach an.

 

Und schon habe ich auch Wiesbach hinter mir.

 

Nichts übrig außer diesem starken Gefühl, die Zeit nicht besser nutzen zu können als durch das, was ich gerade tue.

 

Blick in die Ferne mit Einzelkämpferbaum im Vordergrund. Der Ort da unten ist Eppelborn.

 

Irgendwo oberhalb von Eppelborn biege ich scharf rechts ab und bewege mich kurze Zeit später auf Hierscheid zu. Von einem Augenblick zum nächsten beginnt es zu regnen und von nun an gibt es immer wieder mal kürzere Regenintermezzos.

 

Die zweite Kapelle auf meinem Weg, nämlich Maria Magdalena in Hierscheid.

 

Fernblick im Nieselregen

 

Asphaltweg zwischen Eppelborn und Hierscheid

 

Und noch eine Kapelle – die Christus-Kapelle oberhalb von Eppelborn

 

Ich wandere nun ganz hinunter ins Tal, aber nach einem kurzen Stück an der Straße entlang wartet auch schon der nächste Anstieg.

 

Regen, Sonne, Regen, Sonne

 

Anstieg von Dirmingen in Richtung Finkenrech

 

Und wieder einmal ein kurzer Besuch im Asiatischen Garten des Finkenrechs. Bis zur Vollendung des Rundweges sind es nun nur noch zwei, drei Kilometer.

 

Wald-Inspiration

 

„Es steht eine Blume, wo der Wind weht den Staub …“
(aus „Wegwarte“ von Hermann Löns, 1910)

 

Abschluss

 

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