FOTO-WANDERUNG 161 – VON THALEXWEILER NACH THOLEY
Es gibt wieder fest umrissene Silhouetten, endlich. Nach einer Reihe kaum noch zu zählender regentrüber Tage, an denen oft bereits in wenigen Schritten Entfernung alles Teil einer verschwommenen, beinahe unwirklichen Regen- oder Nebelwelt war, hat alles wieder Konturen gewonnen. Es ist Frühling, von Beginn an. Noch keine übergroße Hitze, an der man abprallt wie an einer Wand, noch lange nicht, aber in der Sonne und beim Gehen spürt man die Wärme sehr intensiv. In den Schatten dagegen ist es zunächst mal kalt, mal warm, hier ist der Frühling anfangs noch nicht angekommen.
Während ich laufe, wird es nahezu minütlich heller, man empfindet es fast als Leuchten nach all den betongrauen Wochen. Genauso habe ich es mir vorgestellt.
Die Wanderung findet ausschließlich auf mir bereits bekannten Pfaden statt – an den Lebacher Stadtteilen Steinbach und Dörsdorf vorüber wechsle ich vom Landkreis Saarlouis in den Landkreis St. Wendel, marschiere dann hinauf zum Schaumberg und von da hinunter nach Tholey.
Länge der Wanderung: ca. 14 Kilometer
Ich starte bei der Dörrenbachhütte oberhalb des Lebacher Stadtteils Thalexweiler und trabe von da wie schon so oft auf dem Warken-Eckstein-Weg am örtlichen Weiher vorüber. Der Warken-Eckstein-Weg spielt heute allerdings keine große Rolle, ich verlasse ihn schon bald wieder.

Auf der Höhe von Steinbach. In nicht allzu großer Entfernung sehe ich bereits den Schaumberg. Meine Aufmerksamkeit gilt aber mehr der näheren Umgebung bzw. dem Weg vor mir. Von Asphalt wechsele ich auf einen Kiesweg, dann wieder zu Asphalt, ehe ich schließlich im Wald lande.

Auf diesen Waldweg folgt ein Pfad oberhalb der Autobahn, dann ein Wiesensaum unterhalb von Dörsdorf, und danach kommt dann eine Brücke, die mich über die Autobahn hinwegbringt. Das ist der Punkt bei dieser Wanderung, der so eine Art Schwelle darstellt, eine Schwelle zwischen Lärm und Stille. Keiner tiefen, unerschütterlichen Wildnisstille natürlich, aber der Lärm der Autobahn ist weg und von jetzt an laufe ich in erster Linie durch Wald.

Manche nennen es Idylle, manche Einöde.

Ich bewege mich auf Bergweiler zu. Dort verläuft die Schaumberg-Tafeltour, die bestens geeignet ist, den Aufstieg zum Schaumberg in Angriff zu nehmen. Es wird immer wärmer.

Nach und nach nähere ich mich nun der Schaumberg-Tafeltour an. Ich laufe an einigen Nebenbächen der Theel vorüber. die nicht weit von hier auf der Gemarkung des Ortes Theley entspringt. Theley ist der größte Ortsteil der Gemeinde Tholey, größer als Tholey selbst. Die Römer haben hier natürlich irgendwann gewirkt, aber es gibt sogar noch frühere Besiedlungsspuren keltischen Ursprungs. Möglich, dass die Bezeichnung „Theel“ auf ein urkeltisches Wort zurückgeht, das in etwa „schlafen“ bedeutete. In den 1960er Jahren wurde in Theley ein keltischer Bronzekessel gefunden, der sage und schreibe 50 Liter Inhalt fasst. Vielleicht ein Trinkgefäß oder wohl eher Trinkbottich, der für Gelage sicher gut geeignet war.

Ich habe die Schaumberg-Tafeltour erreicht und von nun an geht es in erster Linie bergan. Das Schaumberg-Plateau mit dem Aussichtsturm ist von hier noch rund vier Kilometer entfernt.

Wald-Inspiration


Blick ins Land

Ich überquere eine Kuhweide und erreiche die sogenannte Afrika-Kapelle, deren Entwurf auf einen Mönch der Benediktinerabtei zurückgeht, die in der Tholeyer Ortsmitte zu finden ist.
Die Bezeichnung „Afrika-Kapelle“ kommt nicht von ungefähr. Ein österreichischer Kriegsgefangener des nordafrikanischen Lagers Ram-Ram schuf dort gegen Ende von WK II eine Pietá – eine Skulptur der um Jesus trauernden Maria -, die nach Ende der Kriegsgefangenschaft nach Deutschland gebracht wurde. Dort sollte sie zunächst irgendwo in Westfalen aufgestellt werden, landete aber schließlich in Tholey. Hier wurde dann im Jahr 1958 ebendiese Afrika-Kapelle errichtet, in welcher die Pietá ihren Platz fand.

Nach einem kurzen Abstecher zum Schaumberg-Plateau trabe ich bergab nach Tholey.

Blick von unten auf den Aussichtsturm

Über Stock und Stein den Berg hinab. An dieser Stelle gibt es auch eine längere, aber erheblich leichter zu gehende Variante.

Ankommen, obwohl man noch unterwegs ist, wieder einmal

Ankunft in Tholey mit Blick auf die Benediktinerabtei, die als eine der ältesten Abteien auf deutschem Boden betrachtet werden kann.











