FOTO-WANDERUNG 159 – DURCH DEN MANNHEIMER WALDPARK
Zeit des Übergangs. Vom Winter ist nicht viel geblieben, vom Frühling noch nicht viel zu spüren. Bis weit in den Tag hinein ist noch ein Rest der nächtlichen Düsternis vorhanden, der aber immer mehr verblasst und verwittert, bis schließlich nichts mehr davon übrig ist.
Es ist eine Stadtwanderung, aber vielfach – städtische Maßstäbe angelegt – fast so etwas wie idyllisch. Anfangs laufen wir am Rhein entlang, mal auf dem Asphaltweg oben, mal auf einem schmalen Pfad unmittelbar am Ufer entlang. Auf Höhe der Reißinsel verlassen wir das Rheinufer dann zunächst, kehren aber zum Abschluss der Tour wieder dahin zurück.
Länge der Wanderung: ca. 8,5 Kilometer
Das Landschaftsschutzgebiet „Waldpark“ ist direkt am Rheinufer zu finden. Wir traben zunächst am Stephanieufer entlang, benannt nach Stéphanie de Beauharnais, die wenige Wochen nach Beginn der Französischen Revolution in der dem Untergang geweihten höfischen Welt von Versailles geboren wurde. Die Mutter starb kurz nach der Geburt, den Vater interessierte seine Tochter nicht, und so kam es, dass Stéphanie nach etlichen Wirren des Schicksals von Napoleon Bonaparte adoptiert wurde. Durch Heirat wurde sie später zur Großherzogin von Baden und wohnte künftig im Mannheimer Schloss, das ja nicht allzu weit vom Rhein entfernt liegt. Im Jahre 1832 ließ Stéphanie eine Promenade vom Schloss zum Waldpark bauen und übereignete diese der Stadt. Die Promenade wurde denn auch sogleich Stephanienpromenade genannt, das Stephanieufer himgegen kam erst 1919 zu seinem Namen.

Wir laufen rheinaufwärts mit Blick hinüber ans Ludwigshafener Ufer. In dieser Richtung müssten wir rund 20 Kilometer bis zur nächsten Brücke marschieren, die erst in Speyer zu finden ist. Aber daran verschwenden wir heute keinen Gedanken.

Am Bellenkrappen, einem knapp 2 Kilometer langen Rheinarm. Von jetzt auf gleich finden wir uns hier in einem idyllisch schönen Bereich wieder, in dem es nach allem, nur nicht nach Stadt aussieht. Unmittelbar gegenüber die Reißinsel, ein Naturschutzgebiet mit Wegen an dichtem Auwald und Streuobstwiesen vorüber. Es ist keine richtige Insel, man kann sie vom Waldpark aus betreten, allerdings ist sie zum Schutz der Vogelbrut stets mehrere Monate im Jahr gesperrt.

Erwartungsloses Genießen des Augenblick

Wir wandern nun in Richtung Neckarauer Strandbad. Zu unserer Überraschung löst sich die dichte Wolkenschicht immer mehr auf und zeitweise kommt sogar die Sonne hervor.

Das Areal des Strandbads. Kaum Menschen zu sehen. In der Luft jetzt doch eine erste flüchtige Ahnung von Frühling. Noch nichts Überwältigendes, aber dennoch erstaunlich. Und wohltuend.


Schmaler Pfad zwischen noch winterkahlen Bäumen, Hier und da Baumruinen quer überm Weg. Oft aber auch sattgrünes Gras am Wegrand.

Eine Weile laufen wir nun über oft recht matschige Waldpfade. Der Waldpark ist selbstredend Spaziergangsgebiet, kein Wunder also, dass hier jetzt viele Leute unterwegs sind. Nach einiger Zeit gelangen wir zum sogenannten Franzosenweg, eine Bezeichnung, die auf kriegerische Auseinandersetzungen während des Polnischen Erbfolgekrieges von 1733 bis 1738 zurückgeht, in deren Zuge französische Truppen vom heutigen Ludwigshafener Stadtteil Rheingönheim aus operierten und unter anderem auf der Mannheimer Rheinseite eine Straße bauten, ebenjenen Franzosenweg.


Zurück am Rhein

Letzter Rheinblick. Hinten die Konrad-Adenauer-Brücke.








