Tour 40: ANNWEILER AM TRIFELS – RICHARD-LÖWENHERZ-WEG & BURGENWEG

Ich denke zurück.
An die Anfänge.
An eine Zeit, als ich noch keine klare Vorstellung davon hatte, was sich aus dem, was ich da gerade dabei war zu beginnen, entwickeln sollte, was ich selbst überhaupt anstrebte.
Ich denke zurück.
An all die wie Steine in der Tiefe eines Brunnens in den Katakomben meiner Erinnerung ruhenden Bilder und Wahrnehmungen, manche bereits verblasst wie alte Fotografien, manche jedoch auch immer noch so gegenwärtig wie gerade eben erst gespeichert.
Vermutlicht gibt es keine Grenze für das Staunen, kein Maß, das man überschreitet, um danach hinabzusinken in einen Ozean schwarzer Gleichgültigkeit.
Ich denke zurück.
An so viele Wege, so viele Pfade, die ich mittlerweile hinter mich gebracht habe.
Und von Beginn an pulsierte dieses Gefühl irgendwo in meinem Körper und auch in meinem Kopf, dass das Gehen, das Unterwegssein, nichts anderes war als die Umsetzung eines schon ganz lange gehegten Wunsches, über den ich mir nur erst einmal selbst hatte klarwerden müssen.

Ich bin in Annweiler am Trifels, irgendwo im Pfälzerwald.
Der Plan: Die beiden Premiumwege abzuwandern, die in der Stadt ihren Ausgangspunkt nehmen – erst den Richard-Löwenherz-Weg, dann den Burgenweg – und dabei nach Möglichkeit zu vermeiden, allzu viele unfreiwillige Umwege zu machen.
Denn es ist heiß an diesem Tag, sehr heiß, über 35 Grad.
Die Sonne funkelt und flimmert über dem Asphalt wie ein mit mildem Whisky gefülltes Glas in der Abendsonne.

Ich stapfe erst einmal los.
Innerhalb weniger Minuten ist es, als hätte ich gerade einen stundenlangen Tauchgang absolviert. Immer wieder muss ich mir den Schweiß von der Stirn wischen. Irgendwie ist es kein Wunder, dass ich heute auf meiner viele Stunden währenden Tour zwar ein paar Spaziergängern, aber keinem einzigen Wanderer begegnen werde.

Ich überquere zwei Straßen und trabe dann in die Altstadt hinein.
Ich müsste nicht allzu viel Fantasie aufbringen, um mich hier wie ein Markgraf auf einer Reise durch seine Ländereien zu fühlen.
Dutzende von Häuserfassaden, wie aus einer spätmittelalterlichen Stadt in die Jetzt-Zeit versetzt.
Zwischen den Häusern windet sich ein wirklich malerisches Flüsschen hindurch, in dem sich ein Himmel von makellosem Blau spiegelt.

Ich schlage einen großen Bogen über Brücken, durch Straßen und Gassen und finde mich dann irgendwann endlich auf dem Marktplatz wieder.
Kann es sein, dass es seit meiner Ankunft noch ein paar Grad heißer geworden ist?
Vor den Cafés, tief im Schatten der Sonnenschirme, hocken ein paar Leute, aber auf dem Platz selbst sieht es eher aus wie in einer Westernstadt unmittelbar vor dem Eintreffen einer Bande berüchtigter Outlaws.

Hier irgendwo muss der Richard-Löwenherz-Weg beginnen.
Nach ein wenig Suchen entdecke ich endlich ein Symbol mit drei unterschiedlich großen, übereinander angeordneten Löwen. Und mit einem roten und einem schwarzen Pfeil.
Ich zögere kurz, dann entscheide ich mich, den Weg in der Richtung des roten Pfeiles abzuwandern.

Es ist wirklich eine Hitze, in der man Austern grillen könnte, indem man sie einfach auf eine Parkbank legt.
Noch ein bisschen Staub und Sand und ein paar Felswände und fertig wäre das Death Valley.
Ich bin froh, als ich den Kurpark erreiche.
Endlich ein paar Schatteninseln.
Und von nun an kann ich mich über mangelnden Schatten nicht mehr beschweren.
Nachdem ich den Kurpark hinter mir habe, wandere ich zunächst durch einen hellen Sommerwald. Sonnenstrahlen tanzen auf hellgrünen Blattspitzen. Im hellen Glanz der Mittagssonne wirken die Formen und Konturen ringsum weich, filigran.
Dann aber dichteres Blattwerk und schattendunkles Geäst.
Kein heller Glanz mehr, sondern nur noch ein mattes Flimmern.
Harte, abgegrenzte Linien und Umrisse.
Die Stämme der Bäume, ein Felsen.
Der Pfad steigt in Serpentinen bergan, zwischen dunklen Bäumen hindurch und manchmal über bizarres Wurzelwerk, und er wird dabei schmaler und schmaler.

Trotz der Gluthitze habe ich diese Bewusstheit und Aufmerksamkeit in mir, die es mir nach einer Tour ermöglicht, aus einem Übermaß an Wahrnehmungen zu schöpfen. Ich marschiere nicht etwa nur als funktionstüchtiger Cyborg durch die Gegend, der nichts von seiner Umgebung mitbekommt und nur roboterhaft Schritt nach Schritt macht. Wäre ja auch noch schöner.

Dann liegen die Serpentinen hinter mir und ich lege die längst fällige Mittagspause ein.
Ich sitze auf einer Bank im Schatten mit Blick auf den Anebos-Burgfelsen, der weit über die Bäume hinausragt, und auf Burg Trifels.
Die Namensgeber der Anebos-Burg tauchen gerade mal für ein paar Jahrzehnte in den Chroniken auf, danach verliert sich ihre Spur. Die letzte urkundliche Erwähnung der Burg liegt mehr als 750 Jahre zurück,
Die Geschichte der Burg Trifels ist demgegenüber eng verflochten mit wichtigen Ereignissen und mit bekannten historischen Figuren wie Richard Löwenherz. Aber nichts währt ewig. Auch die Blütezeit der Burg Trifels ging nach gut drei Jahrhunderten allmählich zu Ende.

Nach einer Viertelstunde wandere ich weiter.
Der Pfad führt stetig bergauf. Erst dezent, dann immer steiler, Kilometer um Kilometer. Ich gehe ganz am Rande des Pfades, in den ruhigen, reglosen Schatten.
Dann kann ich plötzlich weit über die Wipfel der Bäume hinwegschauen, über Dutzende von Hügelkuppen vor einem blau schimmernden Horizont.
Ich spüre die Weite, sehe sie nicht nur, denn sie teilt sich nicht nur meinen Augen mit. Ein Echo davon hallt irgendwo in meinem Innern nach.
Es sind wieder einige jener mittlerweile zahllosen Augenblicke, in denen der Zwang der Unterscheidung in richtig und falsch sich vollkommen verflüchtigt. In denen ich mich einfach ziellos dem Strom meiner Gedanken überlasse und abwarte, was passiert.
Viel besser geht es nicht mehr.

Vor der Hitze gibt es heute kein Entrinnen. Sobald ich aus den Schatten hinaustrete und mich unter der prallen Sonne fortbewege, habe ich den Eindruck, dass jemand ein Lagerfeuer auf meiner Schädeldecke entzündet, und wenn ich es mal eine Viertelstunde versäume, etwas zu trinken, fühlt meine Kehle sich an, als hätte ich eine Glasscherbe verschluckt.
Und dennoch: Ich bin mit positiver Energie angefüllt wie Apnoetaucherlungen mit Atemluft.

Ich bin nicht mehr weit vom Rehbergturm entfernt.
Wenn ich den Blick nach oben richte, kann ich ihn zwischen den Bäumen schon erkennen.
Ich stapfe an einigen Felsen vorüber. An dem größten davon führt der Pfad ganz nahe vorbei, so dass ich für ein paar Meter in lückenlosem Schatten dahinwandere.
Ich hoffe, von irgendwoher einen Luftzug zu erhaschen, aber alles ringsum – Grasspitzen, Blätter, Zweige – ist reglos wie der Fels selbst.

Schon seit einiger Zeit habe ich das unangenehme Gefühl, dass irgendetwas nicht so ist, wie es sein sollte, und mit einem Mal wird mir bewusst, was es ist: Wie auch immer es geschehen konnte, aber inzwischen bin ich nicht mehr auf der roten Variante des Wanderpfades unterwegs, sondern auf der schwarzen.
Halb so wild.
Aber damit steht natürlich fest, dass ich mich auch heute wieder in der Kunst des Improvisierens üben muss.

Ein paar Minuten später stehe ich auf der Aussichtsplattform des Rehbergturms.
„576 Meter über NN“ lese ich auf einer der Zinnen.
Die Sicht in die Ferne könnte kaum klarer sein.
Bewaldete Höhenrücken, soweit das Auge reicht, und im Vordergrund, zum Greifen nahe, wieder Burg Trifels.
Der Hügel, auf dem sie steht, sieht ganz so aus, als würde der Weg zur Burg hinauf, den ich ja auch noch vor mir habe, lang und steil werden. Immerhin liegt sie unübersehbar deutlich tiefer als der Rehbergturm, was erfreulicherweise vermutlich bedeutet, dass ich den schwierigsten Teil der heutigen Tour schon hinter mir habe.

Ich steige vom Turm wieder hinab und trabe anschließend erst einmal ein paar hundert Meter auf dem Pfad zurück, den ich gerade gekommen bin. Der Unterschied zu vorhin: Endlich, endlich laufe ich mal bergab.
Zum allerersten Mal an diesem Tag habe ich das Gefühl, dass meine Beine sich so leicht und rasch bewegen, als würde ich auf einer Rolltreppe den Berg hinunterlaufen.
Ich nehme immer mehr Geschwindigkeit auf.
Alles Schwere zieht sich aus meinen Gedanken zurück.
Ich spüre die Ruhe in mir, die Leichtigkeit des Geschehenlassens.
Ich genieße es, in einen anderen, schnelleren Rhythmus zu gelangen beim Gehen.
Ich atme.
Ich gehe.
Ich atme.
Ich habe beinahe den Eindruck, die Augen schließen zu können und irgendwie würde ich es dennoch schaffen, nicht vom Pfad abzukommen.

Ich passiere einen Brunnen, laufe an ein paar Felsen vorüber, und irgendwann erreiche ich eine Stelle, die ich wiedererkenne, weil ich schon einmal da vorübergekommen bin, nur aus einer anderen Richtung.
Es dauert ein paar Augenblicke, aber dann geht mir ein Licht auf: Das ist exakt die Stelle, an der ich von der roten Wegmarkierung abgekommen und auf die schwarze geraten bin. Den Weg, den ich gerade bergab gelaufen bin, hätte ich eigentlich bergauf bewältigen müssen.
Zeit für ein paar Überlegungen.
Soll ich allen Ernstes auf demselben Weg nach Annweiler zurückkehren, den ich gekommen bin, also die Serpentinen hinab und dann bis zum Kurpark?
Diese Variante verwerfe ich, ehe ich sie auch nur mit einem einzigen ernsthaften Gedanken in Erwägung gezogen habe.
Aber ein paar Minuten zuvor habe ich an einer Abzweigung einen Wegweiser zur Burg Trifels gesehen. Also stapfe ich wieder den Berg hinauf, bis ich auf jenen Wegweiser stoße.
Eines ist augenscheinlich: Sollte ich irgendwann einmal Angst vor dem Aufbruch ins Ungewisse gehabt haben, dann hat sie sich inzwischen in quasi nicht mehr vorhandene Bestandteile aufgelöst.
Mittlerweile vergeht kaum eine Wanderung, bei der ich nicht in irgendeiner Form von meinen ursprünglichen Plänen abweiche.

Für die nächsten Kilometer orientiere ich mich nun an einem grünen Dreieck.
Ein paar hundert Meter trabe ich auf einem schattigen, sanft geschwungenen Pfad vor mich hin, dann biege ich auf einen schmalen Saum ab.
Von nun an laufe ich mir fast einen Knoten in die Beine, so chaotisch mäandert der Weg durch den Wald. Ich bin schon froh, wenn ich wenigstens mal 10 Meter am Stück geradeaus laufen kann.
Immerhin aber ist das grüne Dreieck beruhigend oft an irgendeinem Baum zu sehen.

Dann stehe ich am Rande einer Straße mitten im Wald.
Ich sehe eine Bushaltestelle, einen Parkplatz und ein paar Wegweiser. Annweiler, Klingenmünster und noch ein paar andere Ortsnamen sind darauf zu lesen.
Der Pfad mit dem grünen Dreieck führt auf der anderen Seite der Straße in den Wald hinein.
Ich halte mich nicht lange auf, sondern marschiere weiter.
Ich mache aber kaum zwanzig Schritte, dann sehe ich plötzlich das Symbol des Burgenweges vor mir, jenes zweiten Premiumweges also, den ich ursprünglich mal von Beginn an hatte abwandern wollen. Auf den heute noch zu treffen, damit habe ich nun wirklich nicht mehr gerechnet. Zumindest nicht vor Erreichen der Burg.
Noch bevor mir mein Entschluss selbst so richtig bewusst wird, bin ich bereits auf den Burgenweg abgebogen und stapfe über Holzstufen und Wurzelgeflechte den Hang hinauf. Später kommen in unregelmäßigen Abständen auch noch Steine hinzu.

Der Pfad wird immer steiler.
Manchmal blitzt es zwischen den Stämmen auf, wenn ein paar Sonnenstrahlen irgendwie doch den Weg durch die dicht beieinander stehenden Bäume gefunden haben.
Dann fängt irgendetwas meinen umherwandernden Blick ein. Ein paar Augenblicke lang ist es für mein Auge nicht mehr als irgendeine visuelle Unregelmäßigkeit, ein verwittertes Grau in all dem grünen Leuchten ringsumher. Etwas Großes, Unbewegliches.
Ich verharre mitten in der Bewegung und spähe zwischen den Bäumen hindurch.
Dann erkenne ich, was es ist: Ein Felsen, groß wie ein versteinerter Riese.

Am Ende des Anstiegs sehe ich jedoch, dass es sich keineswegs nur um einen einzigen Felsen handelt, sondern um ein richtiges Felsmassiv, eine Ansammlung zerklüfteter, zerfurchter Felsgesichter.
Der Boden unter meinen Füßen ist abschüssig und steinig.
Ein Glück, dass es in den letzten Tagen nicht geregnet hat und die Steine trockener sind als Dünensand aus der Atacamawüste. Andernfalls hätte ich hier jetzt ein Problem.

Wenig später befinde ich mich auf einem fast schon zu langweiligen Waldweg.
Lichtgarben explodieren zwischen den Baumkronen.
Noch etwa einen Kilometer verläuft der Weg stetig bergab, dann sehe ich Burg Trifels über mir auf ihrem Felsen, scharf konturiert gegen den Sommerhimmel.

Der finale Anstieg zur Burg nimmt nur noch eine knappe Viertelstunde in Anspruch.
Endlich kommen mir mal ein paar Spaziergänger entgegen.
Burgbesucher, nehme ich an.
Als ich aber oben ankomme, muss ich völlig überrascht zur Kenntnis nehmen, dass das Burgtor verschlossen und somit die Burg nicht zugänglich ist.
Nun gut, dann betrachte ich die Burg eben nur von außen. Und lasse meinen Blick von der Weite der Landschaft einfangen.
Wie gehabt: Viele Hügel, viel Wald, viel Horizont.

Von der Burg aus laufe ich einen breiten, geschwungenen Pfad hinab, auf dem nirgends ein Wandersymbol zu sehen ist, und nach einer gewissen Zeit stellen sich bei mir die ersten Befürchtungen ein, dass mich der Weg wieder einmal irgendwohin führt, wohin ich gar nicht kommen will.
Es zu schätzen, auf Irrtümer und Umwege zurückblicken zu können, bedeutet schließlich nicht, dass man stets und überall Lust auf Extrakilometer hat, und es ist auch kein Naturgesetz, dass man aus allem, in das man hineingerät, automatisch auch wieder herausfindet. Das hat ja allerspätestens die Nacht auf der Bank irgendwo im Spessart gezeigt.

Mit einem Mal hört der Wald auf und ich renne ungebremst gegen eine Hitzewand.
Ich stelle den Rucksack ab und einen Herzschlag lang ist ein unbestimmtes Gefühl in mir, das mir sagt, dass ich noch einen ganz langen, ungewissen Weg vor mir habe.
Aber diesmal täuscht mich dieses Gefühl zum Glück.
Nicht einmal die Ahnung eines Lidschlags später fällt mein Blick auf einen Wegweiser: „Annweiler 3 Kilometer“.
Ich bin so perplex, dass ich zweimal hinschauen muss, ehe ich es glaube.
3 Kilometer, das bedeutet, ich bin praktisch am Ziel.
Wenn ich mit irgendetwas nicht gerechnet habe, dann damit.

In den nächsten zwanzig Minuten lasse ich mich einfach wie von einer Sonnenwindströmung erfasst den Pfad hinabwehen.
Das Wesen meiner Wahrnehmungen ebenso wie meiner Gedanken ist jetzt Flüchtigkeit. Jeder Eindruck zerfällt bereits im Entstehen.
Dann aber, für ein paar wenige Sekunden, fällt mir plötzlich sehr deutlich die Sommertagsstille auf, und für diese wenigen Sekunden bin ich noch einmal ganz bei mir selbst und wie ein Glitzern auf den Wellen, wie ein Funkeln in klarem Flusswasser leuchtet diese Stille auch dann noch weiter in meinem Inneren, als sie längst schon nicht mehr existent ist.

Wenig später trotte ich am Rande des Kurparks vorüber in Richtung Innenstadt.
Kein kühler Atem des Waldes mehr, der die Hitze abmildert, aber für diesen letzten Kilometer meiner heutigen Wanderung ist das nicht mehr von Bedeutung.

11 Replies to “Tour 40: ANNWEILER AM TRIFELS – RICHARD-LÖWENHERZ-WEG & BURGENWEG”

    1. Danke für die postive Resonanz.
      Es dürften alles in allem diesmal so um die 28 Kilometer gewesen sein, keine meiner längsten Touren, aber immerhin herrschten auch Temperaturen von 37 Grad.

      Beste Grüße
      Torsten

  1. Lieber Torsten, seit deiner 1. Wanderung ist viel passiert.
    1000 Touren, 1000 Orte hast du damals als Hirngespinst verworfen, da es nicht realisierbar sei. Mag stimmen, aber du hast ja noch so viele Jahre Zeit, auf Wanderschaft zu gehen und du machst ja die Touren in immer kürzeren Abständen, also wer weiß….
    Seit deiner 1.Wanderung lese ich nun alle Berichte und bin nach wie vor von deinen Erzählungen begeistert. Du hast mir viele schöne Stunden bereitet.
    Du denkst in deiner Tour 40 zurück zu deinen Anfängen, an deine damals noch unklaren Vorstellungen, deine in der Erinnerung vorhandenen Wahrnehmungen, an die vielen Pfade und Wege und deinen lang gehegten Wunsch. Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Was daraus entstanden ist, sind für uns Leser sehr eindrucksvolle und wunderschöne Wanderungen.
    Die Wanderungen sind immer anspruchsvoller und länger geworden. Schnee, Kälte, Regen und große Hitze konnten dich wirklich nie von deinen Touren abhalten.
    Du hast auf deiner Tour 40 wieder soviel erlebt, du erzählst sie so abwechslungsreich und spannend, sodass man fast vergisst welch grosse Arbeit dahinter steckt.

    1. Also, da sage ich doch mal sehr herzlichen Dank für Deinen Kommentar!:-)
      Es freut mich wirklich sehr, dass Dir die Schilderungen meiner Touren so gut gefallen.
      Ich bin manchmal selbst erstaunt, wie sich die Sache entwickelt hat. Niemals hätte ich anfangs damit gerechnet, Mehrtageswanderungen zu unternehmen und Tagestouren, die inzwischen nicht selten 40 Kilometer und länger sind.
      Um aber keinen falschen Eindruck zu erwecken: Es geht mir nicht darum, immer längere und immer schwierigere Wanderungen zu unternehmen, meine gestiegene Fitness ist nur Mittel zum Zweck. Ich habe dadurch eben die Möglichkeit, meine Touren abwechslungsreicher zu gestalten und ich kann das Selbstvertrauen haben, mich auf sehr weite Wege einzulassen, ohne befürchten zu müssen, dabei zu scheitern.
      Ich bin jedenfalls gespannt, was noch vor mir liegt.:-)
      LG
      Torsten

  2. Puh, atme ich aus – das war sehr warm und mit Unsicherheit verknüpft,
    die sich beim Lesen deutlich übertragen hat!

    Liebe Grüße,
    Silbia

    1. Ja, kaum überraschend, dass ich der einzige Wanderer gewesen bin, der an dem Tag dort unterwegs war.:-) Dennoch hat auch diese Tour Spaß gemacht und mittlerweile habe ich sowieso den Eindruck, dass ich mit so ziemlich jedem Wetter – zumindest in unseren Breiten – zurechtkomme.
      Vielen Dank für Deinen Kommentar!:-)

      LG
      Torsten

  3. Hitze, Gluthitze, Anstiege, wieder mal ein Verlaufen … Ich war beim Lesen jedesmal erleichtert, wenn du von zumindest teilweise schattenspendenden Waldwegen schriebst. Woher nimmst du die Kraft, den Willen, während so einer Tour (Tortur) nicht einfach abzubrechen, aufzugeben? Nein, das käme für dich nicht infrage, ich weiß. Und dabei bist du tatsächlich noch in der Lage, bei gnadenlos hohen Temperaturen die Gegend, das Wandern zu genießen – kam bei deiner wieder sehr schönen, lesenswerten Schilderung deutlich zum Tragen, lieber Torsten. Sommertagsstille, was für ein schönes Wort! Nicht zum ersten Mal sage ich dir, wie sehr mir dein außergewöhnlicher Blog gefällt. Danke!

    Ganz liebe Grüße
    Jana

    1. Vielen Dank, liebe Jana.:-)
      Irgendwie ist Aufgeben oder Abbrechen ein Unterprogramm in meinem Gehirn, das nicht so richtig funktioniert, wie es scheint.:-)
      Wobei das natürlich trotzdem vorkommen kann, klar. Bei dieser Tour hier wusste ich vorher genau, worauf ich mich bei der Hitze einlasse und Schlimmeres, als das was ich vorher erwartet habe, ist dann auch nicht passiert.
      Dass ich die Wanderung auch diesmal genießen konnte, lag nicht zuletzt natürlich auch an der wirklich guten und empfehlenswerten Strecke. Viel Wald, viele Ausblicke, dazu dieses Felsmassiv, das war schon sehr, sehr ansprechend.
      Vielen Dank noch mal für deinen Kommentar, liebe Jana.

      Liebe Grüße
      Torsten

  4. Meine Bewunderung für dieses Projekt, das dich körperlich und auch geistig herausfordert. Ich bin ein wenig in Gedanken mitgegangen, und ich muss sagen, mir wurde es schon vorstellungsmässig zu heiss und zu anstrengend. Deine bildhafte Ausdrucksweise lässt vor meinem inneren Auge die Wanderung lebhaft auferstehen, danke für dieses Miterleben. Selbst hätte ich kaum den Willen und die Ausdauer solches zu unternehmen.

    Alles Gute für dich und neben der Anstrengung viele wunderbare Momente der Sommertagsstille.
    Liebe Grüsse
    Wasserfrau vom Twitter

    1. Vielen Dank für diesen schönen Kommentar!:-)
      Letztlich ist es so, dass ich bis zu einem gewissen Grad von den äußeren Umständen unabhängig geworden bin, so dass ich das Gehen und die Eindrücke und Wahrnehmungen dabei auch bei unangenehmen Gegebenheiten genießen kann. Und im Grunde hatte jede Wanderung – egal, wie widrig die Umstände gewesen sein mögen – tolle Momente, die ich nicht missen möchte. Und zugleich ist die Neugier auf neue Touren nicht verlorengegangen, sondern eher noch gewachsen.

      LG,
      Torsten

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