FOTO-WANDERUNG 158 – 35 KILOMETER DURCHS MITTLERE SAARLAND
Eine Wanderung in dieser Gegend kann mir höchstens noch punktuell eine neue Passage bieten. Kaum überraschend, wenn man bedenkt, wie viele Kilometer ich in den letzten Jahren hier zurückgelegt und wie ich dabei teilweise auch kleinste Verästelungen von Pfaden genutzt habe. So ist denn auch der einzige neue Abschnitt heute der Weg von Landsweiler nach Falscheid, jeder einzelne Meter der restlichen rund 30 Kilometer ist mir bekannt. Aber auch das bereits Bekannte ist schließlich Veränderungen unterworfen, wenngleich oft nur im Detail. Und schließlich spielen immer auch das Wetter und die Atmosphäre eine gewisse Rolle. Als ich den Kaltensteinpfad bei Lebach vor mittlerweile fast einem Jahrzehnt zum ersten Mal gewandert bin, regnete es Katzen und Hunde und an einer abschüssigen Stelle entging ich nur knapp einem üblen Sturz. Bei Wärme und Sonne ist da erheblich weniger Vorsicht notwendig, ganz abgesehen davon, dass eine Wanderung in düsterem Dauerregen sich von einer Tour bei mildem Sonnenlicht ungefähr so sehr unterscheidet wie ein Ghulgelage von einem Abendessen auf der Terrasse eines Restaurants mit Blick aufs Meer.
Länge der Wanderung: ca. 35 Kilometer
Erster Eindruck heute: Kampf zwischen Nebel und Sonne. Die Blickfelder sind begrenzt, aber man sieht genug, um einen dezenten Anflug von Ferne zu haben.
Mein Startpunkt liegt oberhalb von Aschbach. Von da laufe ich zunächst in Richtung Bubach.

Kurz vor Bubach

Ich durchwandere Bubach ohne irgendwelche Eile. Man spürt den Winter, die Kälte. Auch die Sonne, die sich von Zeit zu Zeit blicken lässt, ändert daran nicht viel.

Ich trabe nach Landsweiler hinunter, einen Stadtteil von Lebach.

Das ist der Abschnitt, der heute neu für mich ist – ein leichter Anstieg zwischen Wiesen und Feldern hindurch von Landsweiler nach Falscheid, ebenfalls ein Stadtteil von Lebach. Dort befindet sich der geografische Mittelpunkt des Saarlands. Und am Rande des Ortes steht unübersehbar ein Relikt aus Bergbauzeiten, nämlich ein weißes Fördergerüst des Bergwerks Saar, bei seinem Bau vor mehr als dreißig Jahren mit 800 Tonnen das schwerste Fördergerüst in ganz Deutschland.

Einsame Wege

Januarwald, zunächst durchaus noch hell, aber schon nach wenigen Schritten nur noch stumpfe Farben. Eine Weile trabe ich am Waldrand entlang und dann mehrere hundert Meter am abgesperrten Areal des Nordschachts vorüber, auf dem das vorhin erwähnte Fördergerüst steht.

Kurzes Intermezzo auf der Mühlenbach-Schluchtentour


An der Landstraße zwischen Falscheid und Hoxberg. Da hinten ist das erwähnte weiße Fördergerüst zu erkennen. 2012 wurde der Bergbau an der Saar endgültig eingestellt, der Nordschacht des Bergwerks Saar, einst 1751 Meter tief, wurde 2020 verfüllt.

Entlang der Landstraße. Es ist genug Platz.

Wintersonne

Bei 35 Kilometern und mehr geht es auch darum, sich etwas vorzunehmen und es dann auch durchzuziehen. Die Kargheit und Genügsamkeit des Gehens kommt bei solch langen Distanzen richtig zur Geltung. Für mich macht diese Kargheit auch einen Teil des Reizes aus, sie verleiht dem Gehen über weite Strecken eine Komponente, die reines Genusswandern nicht bieten kann, dieses hat dafür andere Vorzüge.

Auf dem Kaltensteinpfad


Die Kaltensteine, 270 Millionen Jahre alte Konglomeratfelsen


Stufen

Schönes, mildes Licht. Der Abend rückt näher.

Nicht mehr lange und die Sonne wird auf Graswurzelhöhe sein.

Alte Pferdetränke, 1940 für die in der 1 km entfernten Lebacher Kaserne noch vorhandenen bzw. zum Bau der Kaserne eingesetzten Pferde gebaut.

Und noch mal Stufen

Vom Kaltensteinpfad trabe ich irgendwann nach Knorscheid hinunter und laufe von da auf einem Fußweg neben der Landstraße nach Lebach. In Lebach selbst herrscht Feierabendverkehr, so dass die 20 Minuten, die ich mich dort aufhalte, ein recht lautes Intermezzo darstellen, oder positiver ausgedrückt: ein Verbindungsstück zwischen zwei Passagen der Stille, denn sowohl vorher auf dem Kaltensteinpfad als auch hinterher auf den schon abenddunklen Wegen in Richtung Bubach kann von Lärm keine Rede sein.

Nicht mehr lange bis Sonnenuntergang

Der kleine Park bei Schloss Buseck in Bubach. Damit bin ich so gut wie am Ziel.

















