Die 10 meistgelesenen Touren 2017

Platz 1: Tour 34 – 1. Tag Von Würzburg nach Retzbach

Es ist anders diesmal.

Vom ersten Augenblick an ist es anders.

Vor mir liegen vier Tage und insgesamt etwa 120

Kilometer.

Das verhält sich zu den Tagestouren, die ich bisher

unternommen habe, wie Inhalieren zu Atmen, wie

Lodern zu Glimmen. Es ist, als bräche ich in ein un-

bekanntes Nebelland auf, ohne Karte und ohne Kom-

pass.

Doch auch diese vier Tage sind lediglich ein Frag-

ment, etwas, das einem größeren Zusammenhang zu-

geordnet ist. weiterlesen

 

 

Platz 2: Tour 39 -1. & 2. Tag/Beginn Von Burgsinn nach Lohrhaupten

Ich beobachte die Schattierungen der Dämmerung.

Erst ist da noch ein schmaler Saum bleichen, dünnen

Lichtes, kleine Kerben und Linien, die eine nach der

anderen zerfallen.

Kein Leuchten mehr, nicht einmal mehr ein Glimmen,

nur noch ein verblassendes, brüchiges Grau. Zunächst

noch ein helles Grau, aber sehr rasch ein dunkles, schon

beinahe undurchdringliches Grau.

Zwischen den Bäumen, unter dem dichten Geäst, haben

sich längst die Schatten der Nacht ausgebreitet, still und

beklemmend und wie verwoben mit einer im Verbor-

genen lauernden Gefahr.

Ich bleibe stehen.

Ein paar Herzschläge lang habe ich das Gefühl, in eine

vollkommene Leere hineingeraten zu sein. weiterlesen

 

 

Platz 3: Tour 34 – 2. Tag Von Retzbach nach Lohr

Es ist immer noch anders.

Auch am zweiten Tag.

Oder vielmehr gerade am zweiten Tag, denn schließlich

ist es das erste Mal überhaupt, dass es einen zweiten

Tag gibt.

Noch ist der erste Tag sehr präsent, manchmal nur als

Aufblitzen eines Bildes oder einer Empfindung, manch-

mal aber auch als bewusstes, gelenktes Erinnern. Manches

ist bereits jetzt dabei, sich zu verflüchtigen, abzusinken

in tiefere Schichten des Vergessens, manches läuft nur

noch unterschwellig ab, wird verdrängt und überlagert

von den Eindrücken des neuen Tages. weiterlesen

 

 

Platz 4: Tour 33: BHF Mettlach – Burg Montclair – Cloefpfad

Es ist zunächst nicht mehr als ein verlorener, heller,

glänzender Punkt irgendwo vor mir.

Eine ganze Weile gehe ich darauf zu, ohne ihm wirklich

näherzukommen.

Es ist kein Gedanke mehr in mir außer diesem: Ich darf

nicht stehenbleiben, nicht einen einzigen Atemzug lang.

Ich habe das Gefühl, mich in vollkommene Leere hinein-

zubewegen.

In meinem Kopf formt sich ein Bild: Ich mache einen

Schritt zur Seite und stürze ins Nichts.

Aber am besten beginne ich mit dem Anfang. weiterlesen

 

 

Platz 5: Tour 39 – 2. Tag/Forts., 3. & 4. Tag Von Schöllkrippen nach Aschaffenburg

Im Nachhinein ist der erste Tag vor allem eines: Großartig.

Nicht dass ich von nun an häufiger das Scheitern zum

Gestaltungsprinzip meiner Wanderungen erheben möchte,

aber dieses eine Mal zumindest ist es das Unvollendete und

das, was dazu geführt hat, was der Etappe den Schimmer

des Besonderen verliehen hat.. weiterlesen

 

 

 

Platz 6: Tour 32: Metz & Canal de Jouy

Regen.

Ein dünner, kalter, unaufhörlicher, unerbittlicher

Regen.

Ein Regen, der leicht das dunkle Gefühl hervor-

bringen könnte, es lauere irgendwo unter diesem

trüben, düsteren Himmel, irgendwo in den Straßen

und Gassen der Stadt, etwas Unsichtbares, Gefahr-

volles, nicht in Worte zu Fassendes. weiterlesen

 

 

Platz 7: Tour 34 – 3. & 4. Tag Von Lohr nach Rieneck

Dritter Tag.

Seltsam, vor Beginn dieser Tour hatte ich mir durch-

aus einige Gedanken darüber gemacht, wie ich mich

am Morgen des dritten Tages wohl fühlen und ob

mich die lange zweite Etappe vielleicht schon voll-

kommen zermürben und in meine Einzelteile zer-

legen würde.

Ich hatte zumindest mit irgendeiner Art von physischer

Beeinträchtigung gerechnet, einer winzigen, kaum

bemerkbaren Störung. Einem unangenehmen Ziehen

in den Oberschenkeln, Schmerzen in den Waden, einer

Blase an der Ferse.

Aber stattdessen fühle ich mich so frisch und aus-

geruht, als sei ich gerade mal über die Straße zum

Brötchenholen gegangen. weiterlesen

 

 

 

Platz 8: Tour 28: Von Niedaltdorf nach Siersbug

Ich wusste, dass es das Ende war. Der Schmerz zerfetzte

meine Lunge, schnürte mir die Luft ab, tötete mich. Mein

Herz zersprang, meine Muskeln lösten sich auf. Ich keuchte,

schnappte nach Luft.

Mein flackernder Blick irrte die Anhöhe hinauf, die mir nun

viel länger und steiler erschien als von ganz unten. Das

einzig Gute war, dass es mich an einer Stelle erwischt

hatte, die mitten im Wald lag.

Mit letzter Kraft bugsierte ich mich mitsamt dem Fahrrad

über den Straßengraben hinüber und ließ mich auf den

weichen Waldboden sinken.

Ich grinste.

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Platz 9: Tour 31 BHF Bexbach – Blumengarten – Brunnenpfad:

Es sind jene ganz besonderen Momente beim Gehen.

Jene Momente, in denen ich nicht mehr versuche, etwas

Bestimmtes zu tun oder zu erreichen, jene Momente, in

denen ich eine Geduld in mir spüre, die Zeit allein nicht

zu brechen vermag, in denen aus meinem Denken alles

Vordergründige und Unwichtige verschwindet und es

durchdrungen ist von einer großen Klarheit.

Jene Momente, in denen nichts anderes von Bedeutung

ist als das Hier und Jetzt. weiterlesen

 

 

Platz 10: Tour 41/1. & 2. Tag: Von Aschaffenburg nach Soden

Es gibt einen bestimmten Moment während dieser fünftägigen

Tour, einen im Grunde zwar unscheinbaren und lange im Ver-

borgenen verharrenden Moment, der irgendwann jedoch in

meinem Bewusstsein aufleuchtet wie ein Meteor am Nacht-

himmel.

Es ist der Nachmittag des vierten Tages. weiterlesen

 

 

Stand: November 2017