ZWISCHENSPIEL

Es sind zwei gänzlich verschiedene, jedoch nahezu

im selben Moment in mein Bewusstsein dringende Dinge,

die mich am frühen Morgen aus dem Schlaf reißen.

Erstens das Prasseln von Regentropfen gegen die

Fensterscheibe meines Schlafzimmers.

Tocktocktocktocktocktocktock.

Das allein hätte vielleicht nicht genügt, mich zu wecken,

denn ich bin in dieser Nacht erst eingeschlafen, als

bereits der erste Grauschleier des heraufdämmernden

Tages sich am Himmel zeigt.

 

Zweitens ist da aber auch noch das Läuten des Tele-

fons. Ich springe aus dem Bett, viel rascher, als mir

guttut und stürze wieder nach hinten.

Als ich endlich auf meinen Füßen stehe, hat das

Läuten bereits aufgehört. Ich kämpfe den dringenden

Wunsch nieder, mich wieder hinzulegen und gehe in

die Küche.

Ich bin gelähmt vor Müdigkeit.

 

Kein Survivalblog

 

Eigentlich ist für heute eine Tour vorgesehen. Eigent-

lich bedeutet, dass die Umstände so widrig sind, dass

ich schweren Herzens beschließe, sie auf morgen zu

verschieben.

Der Regen, der in seiner Stetigkeit alleine schon zer-

mürbend sein könnte, würde es nicht schaffen, mich

von der Tour abzuhalten. Ich habe nichts gegen Regen,

solange es sich nicht gerade um einen Monsun han-

delt. Ich mag es mitunter, über nasse Wiesen zu mar-

schieren, meine Lungen mit frischer, kühler Luft zu

füllen.

 

Heute jedoch sind schwere Gewitter angekündigt. Und

an diesem Punkt muss ich dann doch die Segel streichen

und einsehen, dass eine Wanderung keinen Sinn macht.

Bei Gewitter irgendwo im Wald oder auf freiem Feld

herumzulaufen, das würde ich nicht einmal dann tun,

wenn ich die sieben Leben einer Katze hätte. Dies

hier ist schließlich ein Wander- und kein Survivalblog.

Beim Wandern irgendwo draußen von einem Gewitter

überrascht werden, kann immer passieren, aber sich

trotz deutlicher Warnungen nicht vom Wandern ab-

bringen lassen, das überlasse ich den Unvernünftigen

und Gedankenlosen dieser Welt.

 

Die Tour wird also morgen nachgeholt. Es ist diese

hier: Türkismühle Bahnhof – Burg Nohfelden – „Bären-

pfad“ (ein Premiumwanderweg) – Nohfelden Bahnhof.

 

Und zu Beginn nächster Woche folgt dann eine Tour in

die Stadt mit dieser besonderen Kirche:022

 

 

 

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